Viele Menschen fragen sich, woher ADHS kommt, insbesondere ob es in ihrer Familie häufig vorkommt. Es ist eine Frage, die oft gestellt wird, sei es, dass ein Elternteil diagnostiziert wird und anfängt, über seine Kinder nachzudenken, oder dass ein Kind diagnostiziert wird und die Eltern anfangen, über sich selbst nachzudenken.
Die Wahrheit ist, ADHS ist eine komplexe Erkrankung, und obwohl wir viel gelernt haben, gibt es noch mehr zu entdecken. Dieser Artikel beleuchtet, was die Wissenschaft darüber sagt, ob ADHS genetisch bedingt ist, indem er die Forschung und deren Bedeutung für Familien untersucht.
Mittelpunkt ADHS: Ein kurzer Überblick
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, allgemein bekannt als ADHS, ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die beeinflusst, wie eine Person ihre Aufmerksamkeit steuert, Impulse kontrolliert und ihr Aktivitätsniveau reguliert. Es ist ein komplexes Krankheitsbild mit Symptomen, die oft in der Kindheit beginnen, sich jedoch bis ins Erwachsenenalter fortsetzen können. Während die genauen Ursachen noch erforscht werden, geht man davon aus, dass Unterschiede in der Gehirnentwicklung und -funktion eine Rolle spielen.
ADHS äußert sich typischerweise durch eine Kombination von Symptomen, die in zwei Hauptkategorien fallen: Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität-Impulsivität.
Symptome der Unaufmerksamkeit können Schwierigkeiten bei der Konzentration auf Aufgaben, leichte Ablenkbarkeit, häufiges Verlieren von Gegenständen oder Probleme mit der Organisation sein. Menschen mit diesen Symptomen wirken oft vergesslich oder haben Schwierigkeiten, Anweisungen zu befolgen.
Symptome von Hyperaktivität und Impulsivität können sich durch übermäßiges Zappeln, Unruhe, Schwierigkeiten beim Stillsitzen, das Unterbrechen anderer oder unüberlegtes Handeln äußern.
Es ist wichtig zu beachten, dass viele Menschen einige dieser Verhaltensweisen gelegentlich zeigen. Für eine ADHS-Diagnose müssen diese Symptome jedoch anhaltend sein, in mehreren Lebensbereichen auftreten und die tägliche Funktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen.
Kliniker verwenden spezifische Diagnosekriterien, um diese Symptome zu bewerten und sie von typischem kindlichem Verhalten oder anderen ähnlichen Störungen wie Autismus-Spektrum-Störungen abzugrenzen. Eine Diagnose erfordert in der Regel eine gründliche Untersuchung durch eine medizinische Fachkraft, einschließlich der Erfassung der Lebensgeschichte und des aktuellen Verhaltens der Person.
Behandlungsansätze sind vielfältig und beinhalten oft eine Kombination verschiedener Strategien. Dazu können Verhaltenstherapien, pädagogische Unterstützung und manchmal auch Medikamente gehören. Ziel der Behandlung ist es, die Symptome zu lindern und die Funktionsfähigkeit im Alltag – von Schule und Beruf bis hin zu persönlichen Beziehungen – zu verbessern.
Wie die Wissenschaft die Erblichkeit von ADHS misst
Um die Rolle der Genetik bei ADHS zu verstehen, muss untersucht werden, wie Merkmale in Familien weitergegeben werden. Wissenschaftler nutzen verschiedene Methoden, um herauszufinden, wie stark ADHS von genetischen Faktoren im Vergleich zu Umwelteinflüssen geprägt ist.
Familienstudien und die Vererbung von ADHS
Eine der ersten Methoden, mit denen Wissenschaftler ADHS und Genetik untersuchten, waren Familienstudien. Diese Studien untersuchen, wie oft ADHS bei Verwandten von Personen auftritt, bei denen die Störung diagnostiziert wurde. Die Ergebnisse zeigen durchweg, dass ADHS familiär gehäuft auftritt.
Wenn beispielsweise ein Elternteil ADHS hat, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch die Kinder ADHS entwickeln. Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Kinder, deren Geschwister ADHS haben, ein deutlich höheres Risiko tragen, selbst davon betroffen zu sein, als Kinder ohne betroffene Geschwister.
Diese Studien weisen auf eine starke familiäre Verbindung und somit auf eine genetische Komponente hin, obwohl sie genetische Einflüsse nicht vollständig von gemeinsamen Umwelteinflüssen innerhalb einer Familie trennen können.
Zwillingsstudien: Entschlüsselung von genetischen vs. Umwelteinflüssen
Zwillingsstudien sind ein Grundpfeiler bei der Bestimmung der Erblichkeit von ADHS. Forscher vergleichen eineiige Zwillinge (monozygotisch, MZ), die nahezu 100% ihrer Gene teilen, mit zweieiigen Zwillingen (dizygotisch, DZ), die im Durchschnitt etwa 50% ihrer Gene teilen.
Durch die Untersuchung, wie oft beide Zwillinge eines Paares ADHS haben (Konkordanz), können Wissenschaftler den Beitrag der Genetik abschätzen. Wenn bei eineiigen Zwillingen die Wahrscheinlichkeit, dass beide ADHS haben, deutlich höher ist als bei zweieiigen, spricht dies für einen starken genetischen Einfluss.
In zahlreichen Zwillingsstudien wurden die Schätzungen für die Erblichkeit von ADHS als sehr hoch eingestuft und liegen oft im Bereich von 70% bis 80%. Dies deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Varianz von ADHS-Symptomen in einer Population auf genetische Faktoren zurückzuführen ist.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese Studien auch Umwelteinflüsse berücksichtigen, da selbst eineiige Zwillinge in Bezug auf ihre ADHS-Diagnose nicht immer völlig identisch sind. Dies zeigt, dass auch nicht-genetische Faktoren eine Rolle spielen.
Eineiige Zwillinge (MZ): Teilen etwa 100% ihrer Gene.
Zweieiige Zwillinge (DZ): Teilen etwa 50% ihrer Gene.
Erblichkeitsschätzung: Der prozentuale Anteil der Varianz eines Merkmals innerhalb einer Population, der auf genetische Faktoren zurückzuführen ist.
Genidentifikation und ADHS-Forschung
Anknüpfend an die Erblichkeitsstudien arbeiten Forscher daran, bestimmte Gene zu identifizieren, die mit ADHS in Verbindung stehen. Dazu wird die DNA von Personen mit und ohne ADHS analysiert.
Während die frühe Forschung vermutete, dass ADHS mit wenigen spezifischen Genen zusammenhängen könnte, zeigt das aktuelle Verständnis ein komplexeres Bild. Es scheint, dass viele Gene, von denen jedes einen kleinen Effekt hat, zur Anfälligkeit einer Person für ADHS beitragen. Dies wird als polygener Einfluss bezeichnet.
Studien, die hochentwickelte Techniken wie genomweite Assoziationsstudien (GWAS) nutzen, haben mehrere Genregionen identifiziert, die mit ADHS assoziiert sind. Zudem hat die Erforschung von Kopienzahlvariationen (seltene Insertionen oder Deletionen in der DNA) neue Erkenntnisse über mögliche genetische Faktoren geliefert.
Obwohl diese genetischen Entdeckungen unser Verständnis der biologischen Grundlagen von ADHS verbessern, haben sie bisher noch nicht zu routinemäßigen Gentests für die Diagnose geführt. Die Komplexität der genetischen Architektur bedeutet, dass vererbte Faktoren mit Umwelteinflüssen interagieren und so die Gehirngesundheit einer Person prägen.
Jenseits der Genetik: Weitere Faktoren, die zu ADHS beitragen
Obwohl die Genetik eine wichtige Rolle bei der Entstehung von ADHS spielt, ist sie nicht der einzige Faktor. Ein komplexes Zusammenspiel aus Umwelteinflüssen, der Gehirnentwicklung und frühkindlichen Erfahrungen trägt ebenfalls zur Entstehung bei.
Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft
Bestimmte Faktoren während der Schwangerschaft können das Risiko eines Kindes, an ADHS zu erkranken, erhöhen. Der Kontakt mit Schadstoffen wie Blei oder Substanzen wie Alkohol und Nikotin wurde mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ADHS-Symptome in Verbindung gebracht.
Auch Frühgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht gelten als bekannte Risikofaktoren. Die Forschung deutet darauf hin, dass die vorgeburtliche Umgebung die Gehirnentwicklung so beeinflussen kann, dass eine Veranlagung für ADHS entsteht.
Gehirnentwicklung und die Rolle von Neurotransmittern
Struktur und Funktion des Gehirns sind bei ADHS von zentraler Bedeutung. Studien aus den Neurowissenschaften zeigen Unterschiede in den exekutiven Funktionen des Gehirns, insbesondere in Bereichen, die für Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Organisation zuständig sind. Neuroimaging-Untersuchungen weisen auf Abweichungen in der Größe und Aktivität bestimmter Gehirnareale sowie auf Unterschiede in den Kommunikationswegen zwischen ihnen hin.
Neurotransmitter, die chemischen Botenstoffe im Gehirn, spielen ebenfalls eine Rolle. Konkret wird angenommen, dass ein Ungleichgewicht von Dopamin und Noradrenalin, die an der Regulierung von Aufmerksamkeit und Belohnung beteiligt sind, bei ADHS von Bedeutung ist. Diese chemischen Unterschiede können die Signalübertragung beeinträchtigen und so die Fähigkeit einer Person beeinflussen, sich zu konzentrieren und Impulse zu steuern.
Frühkindliche Erfahrungen und Traumata
Obwohl sie keine direkte Ursache sind, können prägende Erfahrungen in der frühen Kindheit die Ausprägung und Schwere von ADHS-Symptomen beeinflussen. Faktoren wie starker Stress oder Traumata im frühen Kindesalter können die Gehirnentwicklung und die emotionale Regulierung beeinträchtigen. Solche Erfahrungen können bestehende Veranlagungen verstärken oder zu Symptomen führen, die ADHS ähneln.
Es ist wichtig, zwischen diesen Umwelteinflüssen und den zugrunde liegenden neurologischen Entwicklungsaspekten von ADHS zu unterscheiden. Die Aufarbeitung von Traumata und die Bereitstellung eines unterstützenden Umfelds sind wesentliche Bestandteile einer umfassenden Betreuung von Menschen mit ADHS.
ADHS in der Familie: Was Sie erwarten können
Wenn ADHS in einer Familie vorkommt, fragen sich Eltern nicht selten, ob sie selbst betroffen sein könnten oder wie sich dies auf ihre Kinder auswirkt.
Untersuchungen zeigen immer wieder eine signifikante genetische Verbindung bei ADHS. Studien deuten auf eine hohe Wahrscheinlichkeit hin, dass die Störung über Generationen hinweg weitergegeben wird. Das bedeutet: Wenn Sie oder Ihr Partner ADHS haben, besteht für Ihre Kinder ein erhöhtes Risiko, ebenfalls daran zu erkranken.
Man sollte bedenken, dass ADHS eine komplexe neurobiologische Entwicklungsstörung ist. Die Genetik spielt zwar eine wesentliche Rolle, ist aber nicht der alleinige Faktor.
Die genetische Komponente zu verstehen, ist wichtig, bestimmt jedoch nicht zwangsläufig das Ergebnis. Viele verschiedene Faktoren beeinflussen, wie sich ADHS äußert und wie es sich auf das Familienleben auswirkt.
So können beispielsweise die Stimmung und das Stressniveau der Eltern das Umfeld eines Kindes beeinflussen und ADHS-Symptome potenziell verstärken. Die Forschung deutet auf einen Zusammenhang zwischen der postpartalen Stimmung der Eltern sowie depressiven Symptomen und neurologischen Entwicklungsstörungen bei den Nachkommen hin, was wahrscheinlich durch eine Mischung aus genetischen und Umweltfaktoren bedingt ist.
Wenn ADHS in Ihrer Familie vorkommt, können Sie auf Folgendes achten:
Diagnose: ADHS-Symptome, die grob in Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/Impulsivität unterteilt werden, können in der Kindheit auftreten und bleiben oft bis ins Erwachsenenalter bestehen. Eine formelle Diagnose wird von medizinischen Fachkräften auf der Grundlage spezifischer Kriterien und der Beobachtung von Verhaltensmustern über einen längeren Zeitraum gestellt.
Behandlungsansätze: Ein effektiver Umgang mit ADHS erfordert in der Regel einen vielseitigen Ansatz. Dazu gehören oft Medikamente, Verhaltenstherapie und pädagogische Unterstützung. Für betroffene Eltern ist es ebenso wichtig, Strategien zu erlernen, um die eigenen Symptome zu bewältigen und gleichzeitig ihre Kinder zu unterstützen.
Strukturen, feste Routinen und die Konzentration auf individuelle Stärken können die Familiendynamik erheblich verbessern. Vielen Familien hilft auch die Zusammenarbeit mit einem ADHS-Coach, um nützliche Alltagsstrukturen und Routinen zu etablieren.
Überlegungen zur Erziehung: Ein Kind mit ADHS zu erziehen oder selbst mit ADHS den Erziehungsalltag zu meistern, bringt besondere Herausforderungen mit sich. Dennoch ist es absolut möglich, ein liebevolles und unterstützendes Zuhause zu schaffen.
Eine klare Kommunikation, das Setzen von Grenzen und emotionale Offenheit sind hierbei von großer Bedeutung. Wie genau sich Erziehungsstile und das familiäre Umfeld auf ADHS auswirken, ist Gegenstand laufender wissenschaftlicher Untersuchungen.
Gentests für ADHS: Ist das möglich?
Obwohl ADHS eine starke genetische Komponente hat, gibt es heute keinen Gentest, mit dem sich die Störung diagnostizieren oder das persönliche Risiko verlässlich vorhersagen ließe.
ADHS wird als ein komplexes Krankheitsbild verstanden, das von vielen Genen – möglicherweise Hunderten oder gar Tausenden – beeinflusst wird. Diese vielschichtige genetische Struktur bedeutet, dass es nicht an ein einzelnes Gen gekoppelt ist, was einen einfachen Gentest unmöglich macht.
Gegenwärtig werden Gentests primär in der Wissenschaft eingesetzt. Forscher analysieren große DNA-Proben, um Gene zu identifizieren, die das Risiko für die Entwicklung von ADHS erhöhen könnten.
Diese Entdeckungen sind wertvoll, um unser Verständnis der biologischen Ursachen der Störung zu vertiefen. Für eine individuelle Diagnose sind sie jedoch noch nicht präzise genug. Die Komplexität genetischer Interaktionen kann sogar die Schwere klinischer Symptome beeinflussen, weshalb weitere Forschung zu diesen molekularen Mechanismen erforderlich ist.
Derzeit stützt sich die Diagnose von ADHS auf klinische Untersuchungen. Bei diesen Abklärungen werden in der Regel detaillierte Informationen über das Verhalten und die Entwicklungsgeschichte einer Person gesammelt. Wenn Sie den Verdacht auf ADHS haben, insbesondere bei einer familiären Vorbelastung, ist ein Gespräch mit einer medizinischen Fachkraft der empfohlene erste Schritt.
Diese Fachkräfte können mögliche Symptome besprechen und Sie durch den Diagnoseprozess führen. Ein in der Forschung und Klinik gängiges Instrument zur Erfassung der Symptomschwere ist beispielsweise die ADHS-Rating-Skala (ADHD-RS-5), bei der bestimmte Schwellenwerte zur Bewertung herangezogen werden.
Verursachen Erziehungsstil oder Ernährung ADHS?
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Erziehungsstile oder Ernährungsentscheidungen die Hauptursachen für ADHS sind. Obwohl diese Faktoren das Verhalten und die Ausprägung der Symptome beeinflussen können, besteht in der Wissenschaft Einigkeit darüber, dass sie ADHS nicht direkt verursachen.
Jahrzehntelange Forschung, darunter umfangreiche Familien-, Zwillings- und Adoptionsstudien, hat eine starke genetische Komponente von ADHS zweifelsfrei belegt. Demgegenüber hat die Forschung immer wieder gezeigt, dass Faktoren wie der Erziehungsstil, die Zeit vor dem Bildschirm bei Videospielen oder der Konsum bestimmter Lebensmittel ADHS nicht direkt verursachen.
Eine gesunde Ernährung und eine positive Erziehung fördern zwar das allgemeine Wohlbefinden und können helfen, Symptome zu lindern, sie gelten jedoch nicht als Auslöser der Störung. Vielmehr sind diese Faktoren Teil eines größeren Bildes, das auch Umwelteinflüsse und biologische Aspekte umfasst.
Während beispielsweise Stress an sich kein ADHS verursacht, kann er bestehende Symptome verschlimmern. Ebenso können sozioökonomische Faktoren den Zugang zu angemessener Unterstützung und Therapie beeinflussen.
Die genetische Verbindung: Was wir wissen
Ist ADHS also genetisch bedingt? Die Forschung liefert hierzu ein klares „Ja“. Studien zeigen übereinstimmend, dass die Genetik eine bedeutende Rolle spielt, wobei Erblichkeitsschätzungen häufig bei 70% bis 80% liegen. Dies verdeutlicht, dass die Gene, die wir von unseren Eltern erben, unser Risiko, ADHS zu entwickeln, erheblich beeinflussen können.
Es handelt sich nicht um den einfachen Fall, dass ein einzelnes Gen die Störung auslöst; stattdessen geht man davon aus, dass viele Gene dazu beitragen – insbesondere solche, die die Gehirnentwicklung und Neurotransmitter wie Dopamin betreffen. Dennoch darf man nicht vergessen, dass die Genetik nicht die ganze Wahrheit darstellt.
Auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle, und nicht jede Person mit einer familiären Vorbelastung entwickelt zwangsläufig ADHS. Diese genetische Verknüpfung zu verstehen, kann besonders für betroffene Familien hilfreich sein, ersetzt jedoch keine professionelle Diagnose und Begleitung.
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Häufig gestellte Fragen
Liegt ADHS in der Familie?
Ja, ADHS tritt häufig familiär gehäuft auf. Das bedeutet, dass bei Vorliegen von ADHS bei einem Elternteil oder Geschwisterkind eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, dass auch andere Familienmitglieder betroffen sind. Die Forschung zeigt, dass Gene eine maßgebliche Rolle bei der Entstehung von ADHS spielen.
Wie viel von ADHS wird durch Gene verursacht?
Studien legen nahe, dass ADHS stark durch die Genetik beeinflusst wird, wobei die Schätzungen zwischen etwa 70% und 80% liegen. Dies verdeutlicht, dass vererbte Faktoren ein Hauptgrund dafür sind, warum manche Menschen ADHS haben und andere nicht.
Kann ADHS eine Generation überspringen?
Es ist durchaus möglich, dass ADHS eine Generation überspringt. Dies liegt daran, dass ADHS von vielen verschiedenen Genen sowie von weiteren Faktoren beeinflusst wird. Daher kann es bei einem Familienmitglied auftreten und bei einem anderen nicht, selbst wenn es in einer früheren Generation vorkam.
Wenn ein Elternteil ADHS hat, bekommt das Kind es dann in jedem Fall auch?
Nicht zwingend. Obwohl ein betroffenes Elternteil das Risiko für das Kind erhöht, ist es keine Garantie dafür, dass das Kind die Störung ebenfalls entwickelt. Manche Kinder mit einer familiären Belastung entwickeln kein ADHS, während andere Personen ohne bekannte Fälle in der Familie die Diagnose erhalten.
Kann man ADHS auch ohne familiäre Vorbelastung haben?
Ja, es ist möglich, ADHS ohne eine bekannte familiäre Vorbelastung zu haben. Dies kann daran liegen, dass Verwandte – insbesondere in älteren Generationen – nicht diagnostiziert wurden, oder auf Umwelteinflüsse zurückzuführen sein, die die Entstehung von ADHS begünstigen können.
Gibt es einen Gentest für ADHS?
Aktuell gibt es keinen speziellen Gentest, mit dem sich ADHS diagnostizieren oder das persönliche Risiko verlässlich vorhersagen ließe. ADHS ist eine komplexe Störung, die von einer Vielzahl an Genen beeinflusst wird, weshalb sie für einen einfachen DNA-Test zu komplex ist.
Welche Faktoren außer der Genetik können noch zu ADHS beitragen?
Neben genetischen Faktoren spielen auch andere Einflüsse eine Rolle. Dazu gehören bestimmte Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft, die Gehirnentwicklung sowie prägende frühkindliche Erfahrungen. Diese Faktoren können mit genetischen Veranlagungen interagieren.
Verursachen Erziehungsstil oder Ernährung ADHS?
Nein, wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ADHS nicht durch Erziehungsstile, Ernährung oder Stress verursacht wird. Diese Faktoren können zwar die Ausprägung der ADHS-Symptome beeinflussen, sind jedoch nicht die eigentliche Ursache der Störung.
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Christian Burgos




