
Warum ist es wichtig, sein Gehirn zu kennen?
Mehul Nayak
Aktualisiert am
31.03.2022

Warum ist es wichtig, sein Gehirn zu kennen?
Mehul Nayak
Aktualisiert am
31.03.2022

Warum ist es wichtig, sein Gehirn zu kennen?
Mehul Nayak
Aktualisiert am
31.03.2022
Unser Gehirn ist der komplexeste Teil unseres Körpers und steuert alles von der Intelligenz und Kognition bis hin zur Verhaltenssteuerung. Obwohl es nur etwa eineinhalb Kilo wiegt, ist das Gehirn die Kontrollstation für den restlichen Körper.
Es ist für das Funktionieren des Körpers so wichtig, dass es bereits vor der Geburt heranreift. Interessanterweise reift das Gehirn nicht bei jedem im gleichen Tempo. Das sollte jedoch nicht allzu überraschend sein.
Unsere Körper wachsen unterschiedlich. Von der emotionalen Reife bis zur Pubertät erreichen wir verschiedene Entwicklungsstufen in unterschiedlichem Tempo. Daher ist es nur logisch, dass auch unsere Gehirne unterschiedlich sind. Das macht Sie bestimmt neugierig auf die Funktionsweise Ihres Gehirns und wie es sich von dem eines anderen Menschen unterscheiden kann.
Hier ist ein Überblick darüber, warum es wichtig ist, sein Gehirn zu kennen, und wie dieses Wissen Sie stärken kann.
Warum Sie etwas über Ihr Gehirn erfahren sollten
Unser Nervensystem besteht aus einer Vielzahl von Zellen, den so genannten Neuronen, welche die primären Funktionseinheiten des Gehirns bilden. Alle Erinnerungen, Gefühle, Empfindungen und Bewegungen im Körper resultieren aus der Weiterleitung von Signalen durch Neuronen unterschiedlicher Funktion, Form und Größe.
Im Durchschnitt besteht ein menschliches Gehirn aus 80 bis 90 Milliarden Neuronen. Neben den Neuronen enthält das Gehirn auch Gliazellen – spezialisierte Zellen, welche die Neuronen schützen.

Alle Erinnerungen, Gefühle, Empfindungen und Bewegungen im Körper resultieren aus der Weiterleitung von Signalen durch Neuronen unterschiedlicher Funktion, Form und Größe.
Wissenschaftler haben in den letzten Jahrhunderten viel über das Gehirn herausgefunden, unter anderem über viele seiner Strukturen und Funktionen. Diese Entdeckungen haben gezeigt, dass die grundlegende Anatomie des Gehirns bei allen Menschen ähnlich ist.
Das Muster der neuronalen Verbindungen und Interaktionen variiert jedoch von Mensch zu Mensch. Daher rührt auch die Vielfalt im menschlichen Verhalten. Unsere Gehirnkreisläufe strukturieren sich mit jeder neuen Erfahrung um und machen uns zu den Menschen, die wir sind.
Wie können wir uns immer noch an ein Ereignis vor zwanzig Jahren erinnern? Wie lernen Menschen Ballett zu tanzen oder mit einem Dutzend Bällen gleichzeitig zu jonglieren? All diese erstaunlichen Erfahrungen sind dem Gehirn zuzuschreiben.
Das Gehirn ist jedoch so komplex, dass es schwer ist, es vollständig zu verstehen. Forscher versuchen immer noch zu verstehen, wie die verschiedenen Teile des Gehirns bei Emotionen, Gedächtnis, Intellekt und anderen Wahrnehmungen eine Rolle spielen.
Um das Gehirn wirklich zu verstehen, müssen wir seine zellulären Bestandteile identifizieren und sie anhand ihrer Konnektivität und Funktion charakterisieren. Tatsächlich leiten sich viele neue Behandlungsmethoden aus diesem grundlegenden Verständnis der Interaktion von Neuronen im Körper ab.
Eine der frühesten Methoden zur Untersuchung des Gehirns war das Elektroenzephalogramm (EEG). Im Jahr 1929 platzierte Hans Berger Sensoren auf der Kopfhaut, um die von Neuronen erzeugten elektrischen Potenziale aufzuzeichnen. Dies lieferte den ersten Insight in die Gehirnaktivität. Obwohl es sich bei diesem frühen EEG um rudimentäre analoge Aufzeichnungen handelte, hat sich die Technologie so weit entwickelt, dass die Daten von Gehirnwellen digitalisiert werden können, und wird auch heute noch in den unterschiedlichsten Szenarien eingesetzt. Heute sind kognitive Psychologie und Hirnforschung stärker kontextbezogen. Wir verfügen nun über Werkzeuge, mit denen wir Datensätze untersuchen können, um die Gehirnfunktion in Bezug auf bestimmte Bedingungen, Umgebungen, Auslöser und Aktivitäten zu verstehen – was früher nicht möglich war.
Die Kontextualisierung von Gehirnstudien ermöglicht es uns, uns selbst zu verstehen und zu untersuchen, wie unser Gehirn an unserer Interaktion mit unserer Umgebung beteiligt ist.
In Anbetracht dessen gibt es viele Gründe für Sie, etwas über Ihr Gehirn zu lernen.
Lernfähigkeiten verbessern
Im Laufe der Jahre hat die Forschung rund um die „Lernfähigkeit“ des Gehirns Pädagogen dabei geholfen, eine Lernumgebung zu schaffen, die für Schüler nicht nur geeignet ist, sondern auch effektives Lernen erleichtert.
Dieses Wissen ist jedoch nicht nur für Lehrer nützlich. Sie können es auch individuell nutzen, um Ihr kognitives Wohlbefinden zu verbessern und letztendlich Ihre Lebensqualität zu steigern.
Nehmen wir das Beispiel des Erlernens neuer Dinge, um dies im Detail zu erklären.
Wenn Sie etwas Neues lernen, finden in Ihrem Gehirn viele Veränderungen statt. Die auffälligste davon ist die Entstehung neuer Verbindungen zwischen Neuronen – ein Phänomen, das als Neuroplastizität bezeichnet wird.
Wenn Sie dieselbe Sache immer und immer wieder üben, werden diese Verbindungen stärker. Infolgedessen werden die Botschaften zwischen den Neuronen schneller übertragen. Wie hilft Ihnen das? Es ermöglicht Ihnen, das Gelernte viel schneller und effizienter abzurufen.
Wie Sie Ihre Kognition verbessern können?
Angenommen, Sie lernen nähen. Als Anfänger werden Sie Stunden oder sogar Tage brauchen, um eine bestimmte Stichart zu erlernen und zu perfektionieren. Mit etwas Übung wird es Ihnen in Fleisch und Blut übergehen.
Interessanterweise ist das Gegenteil ebenfalls der Fall. Wenn Sie aufhören zu üben, werden die Verbindungen schwächer, und Sie werden bei dieser Aufgabe nicht mehr so effizient sein.
Ein Frontiers-Artikel erklärt dies am Beispiel eines Pfades in einem bewachsenen Wald. Wenn Sie das erste Mal hindurchgehen, wird es Ihnen schwerfallen, die Äste und Pflanzen aus dem Weg zu räumen.
Aber je öfter Sie ihn begehen, desto praktischer wird der Weg, da Sie jedes Mal, wenn Sie vorbeikommen, Äste aus dem Weg räumen. Nach einer Weile wird eine Zeit kommen, in der Sie nichts mehr wegräumen müssen, da der Weg frei ist und Sie ihn mühelos begehen können.

Sie können sich selbst dazu befähigen, Ihre Lernfähigkeiten zu verbessern.
Wenn Sie den Pfad jedoch einige Monate oder Jahre lang nicht mehr benutzen, wächst die Vegetation nach. Wenn Sie dann zu diesem Pfad zurückkehren, müssen Sie wieder ganz von vorne anfangen.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass einige neuronale Verbindungen im Gehirn so stark werden, dass sie nie ganz verschwinden, selbst wenn sie nicht häufig genutzt werden.
Mit diesem Wissen über Ihr Gehirn können Sie selbst aktiv werden, um Ihre Lernfähigkeiten zu verbessern. Sie wissen jetzt, dass Sie eine Fähigkeit oder eine neue Sache üben müssen, um sie zu perfektionieren.
Noch besser ist es, wenn Sie sich selbst testen, denn dann können Sie sich an das Gelernte eher erinnern. Eine Studie hat gezeigt, dass man sich Informationen besser einprägt, wenn man Prüfungen oder Tests absolviert, als wenn man sie nur liest. Das heißt, der Versuch, Informationen abzurufen, hilft Ihnen, sie besser im Gedächtnis zu behalten als das bloße Wiederholen.
Angenommen, Sie lernen eine neue Programmiersprache. Sicherlich hilft Ihnen das Üben, schneller und besser zu lernen. Wenn Sie aber auch online Codierübungen machen oder an einem Projekt arbeiten, bei dem Sie die Informationen aktiv abrufen, ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass Sie die gelernten Informationen im Gedächtnis behalten.
Resilienz aufbauen
Wenn Sie verstehen, wie Ihr Gehirn funktioniert, hilft Ihnen das auch, Resilienz aufzubauen. Es ist interessant festzustellen, dass Resilienz keine Eigenschaft ist, mit der man geboren wird. Es ist ein Denkprozess und eine Reihe von Verhaltensweisen, die man im Laufe der Zeit erlernen und entwickeln kann.
Resilienz ist wichtig, weil sie Ihnen die Kraft gibt, schwierige Lebensphasen zu überstehen und zu verarbeiten. Menschen, denen es an Resilienz mangelt, neigen eher dazu, sich überfordert zu fühlen und ungesunde Bewältigungsmechanismen anzunehmen.
Gleichzeitig können Menschen mit höherer Resilienz auf ihre Unterstützungssysteme und Stärken zurückgreifen, um einen Weg durch ihre Probleme zu finden und Tragödien oder Herausforderungen im Leben zu meistern.
Nein, die Instagram-Mantras auf schrulligen Hintergründen werden Ihnen hier nicht helfen. Stattdessen können Sie die Neuroplastizität Ihres Gehirns nutzen, um einen widerstandsfähigen Geist aufzubauen. Dadurch verbessern Sie Ihre Stressbewältigung.
Lassen Sie uns zunächst verstehen, was Resilienz eigentlich bedeutet. Resilienz bedeutet nicht Gleichgültigkeit gegenüber Tragödien oder Schmerzen, die Ihnen begegnen. Sie ist vielmehr ein Prozess der Anpassung in Zeiten von Traumata, Tragödien oder Widrigkeiten.
Einfach ausgedrückt ist es der Akt des „Wiederaufrichtens“ nach einem schweren Einschnitt im Leben, wie dem Tod eines geliebten Menschen oder einer gesundheitlichen Herausforderung. Resilienz ist jedoch nicht proportional zu der Anzahl der Motivationsredner, die Sie sich anhören, oder dazu, wie viel Sie beten – auch wenn diese Dinge hilfreich sein können.
Resilienz hat viel mit der Aktivierung des linken präfrontalen Kortex in Ihrem Gehirn zu tun.
Forschung über Resilienz und das Gehirn
Laut Richard Davidson, Professor für Psychologie und Psychiatrie an der University of Wisconsin-Madison, kann die Aktivität in dieser Gehirnregion bei einer resilienten Person dreißigmal so hoch sein wie bei einer Person, die nicht resilient ist.
In seiner frühen Forschung fand Davidson heraus, dass die Anzahl der Signale vom präfrontalen Kortex zur Amygdala bestimmt, wie schnell sich das Gehirn von einer emotionalen Erschütterung erholt.
Die Amygdala ist eine Gehirnregion, die Bedrohungen erkennt und die Kampf-oder-Flucht-Reaktion aktiviert. Wenn die Aktivität im präfrontalen Kortex erhöht ist, verkürzt sich die Zeit, die die Amygdala zur Aktivierung benötigt.
Wenn der linke präfrontale Kortex hingegen weniger stark aktiviert ist, braucht die Amygdala länger, um zu reagieren. Später führte Davidson umfangreichere Untersuchungen mithilfe von MRT-Scans durch und fand heraus, dass die Menge der weißen Substanz – also der Axone, welche die Neuronen verbinden – zwischen der Amygdala und dem präfrontalen Kortex direkt proportional zur Resilienz ist.
Einfach ausgedrückt bedeutet dies: Wenn Sie mehr weiße Substanz oder eine bessere Verbindung zwischen den beiden Regionen haben, sind Sie resilienter. Das Gegenteil ist ebenfalls der Fall.
Wie man ein resilientes Gehirn aufbaut?
Die Forschung von Professor Davidson ist ein großartiges Beispiel dafür, wie wir das Wissen über unser Gehirn nutzen können, um uns selbst zu verbessern. Inzwischen wissen Sie, dass stärkere Verbindungen zwischen der Amygdala und dem präfrontalen Kortex dazu beitragen, dass Sie resilienter werden.

Sie können aktiv darauf hinarbeiten, indem Sie sich Gewohnheiten und Verhaltensweisen aneignen, die zum Aufbau eines resilienten Gehirns beitragen.
Dazu können Sie aktiv beitragen, indem Sie sich Gewohnheiten und Verhaltensweisen aneignen, die den Aufbau eines resilienten Gehirns unterstützen. Hier sind einige Beispiele:
Mitgefühl üben: Mitgefühl mit sich selbst sollte nicht mit Arroganz, Bequemlichkeit oder Selbstmitleid verwechselt werden. Es ist vielmehr das positive Anerkennen der eigenen Fehler und Leiden, das einem schließlich hilft, mit Verständnis und Fürsorge auf sie zu reagieren. Die Forschung fand heraus, dass Selbstmitgefühl ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung ist, ob tragische Lebensereignisse zu Rückschlägen oder zu Meilensteinen für den weiteren Lebensweg werden.
Achtsamkeit üben: Achtsam zu sein bedeutet ganz einfach, dass Sie sich der Dinge bewusst sind, die im jeweiligen Moment geschehen. Bei der Achtsamkeit müssen Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Gegenwart richten. Untersuchungen zeigen, dass Achtsamkeit die Neuroplastizität im Gehirn anregen kann. Infolgedessen könnte sie den altersbedingten Gehirnabbau verringern, die Aufmerksamkeitsspanne verbessern, das Arbeitsgedächtnis stärken und kognitive Funktionen verbessern.
Dankbarkeit nutzen: Als Menschen neigen wir von Natur aus dazu, negative Dinge wahrzunehmen und uns auf sie zu konzentrieren – ein Phänomen, das als Negativitätsbias bezeichnet wird. Leider kann diese angeborene Eigenschaft es uns oft erschweren, angesichts von Tragödien resilient zu sein. Aber Dankbarkeit ist ein wissenschaftlich belegter Weg, um diese negative Voreingenommenheit zu überwinden und das Gute in Ihrem Leben zu verinnerlichen. Untersuchungen zeigen, dass Dankbarkeit nicht nur Ihre allgemeine Gesundheit verbessert, sondern auch die Schlafqualität und -dauer steigert.
Dies sind zwar nicht die einzigen Möglichkeiten, ein resilientes Gehirn aufzubauen, aber diese Praktiken helfen Ihnen, die Konnektivität in Ihrem Gehirn im Laufe der Zeit zu verbessern. Sie können auch andere Dinge üben, wie Großzügigkeit, Motivation und Lernen, um Ihre Resilienz zu stärken.
Gehirnfunktion verbessern
Sobald Sie zu verstehen beginnen, wie Ihr Gehirn funktioniert, können Sie seine Gesamtleistung tatsächlich verbessern. Durch Übung können Sie Planungs-, Organisations-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfähigkeiten entwickeln.
Arbeitsgedächtnis
Ihr Arbeitsgedächtnis ist die Fähigkeit des Gehirns, Informationen zu behalten, während es ein Problem löst. Sie lesen beispielsweise eine Nummer aus einem Telefonbuch ab und können sie so lange im Gedächtnis behalten, wie es dauert, sie auf Ihrem Telefon zu wählen.
Nach einer Stunde haben Sie sie jedoch wieder vergessen.
Die Hirnforschung zeigt, dass dem Arbeitsgedächtnis ein Mechanismus zugrunde liegt, der in drei Stufen erklärt werden kann: Speicherung, Aufmerksamkeit und Kontrolle.
Verschiedene Methoden der Gehirnuntersuchung zeigen, dass alle drei Mechanismen wichtig sind, um zu erklären, wie sich die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses bei einzelnen Personen unterscheidet. Das Ausmaß des Arbeitsgedächtnisses einer Person hängt auch mit der Hirnreifung zusammen.
So können Grundschulkinder beispielsweise nur ein oder zwei Anweisungen auf einmal befolgen. Lehrer hingegen können Oberstufenschülern eine ganze Liste von Aufgaben geben, und deren Gehirn wird sich daran erinnern.
Hier sind einige Beispiele, die darauf hindeuten, dass Sie ein schwaches Arbeitsgedächtnis haben könnten:
Sie möchten an einem Gespräch teilnehmen, aber wenn die andere Person ausgesprochen hat, haben Sie vergessen, was Sie sagen wollten.
Sie verlieren ständig Ihre Geldbörse, Schlüssel und Ihr Telefon.
Sie nehmen sich vor, etwas zu tun, vergessen aber, die Utensilien dafür mitzubringen, obwohl Sie erst vor wenigen Minuten daran erinnert wurden.
Sie müssen einen Absatz mehrmals lesen, um die darin enthaltenen Informationen zu behalten.
Wenn Sie eines dieser Dinge erleben, haben Sie wahrscheinlich ein schwaches Arbeitsgedächtnis. Wie können Sie es verbessern? Indem Sie mehr über Ihr Gehirn erfahren und verstehen, wie Ihr individuelles Gehirn arbeitet.

Durch Übung können Sie Planungs-, Organisations-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfähigkeiten entwickeln.
Sobald Sie diese Informationen haben, können Sie sie nutzen, um sich entsprechend zu trainieren. Sie können zum Beispiel ein Phänomen namens Chunking nutzen, um Ihr Arbeitsgedächtnis zu verbessern.
Chunking (Klumpenbildung) bezieht sich auf die Umcodierung kleinerer Informationseinheiten in größere Einheiten. Es wird angenommen, dass Chunking die Kapazitätsgrenzen des Arbeitsgedächtnisses umgehen kann.
Chunking entlastet das Arbeitsgedächtnis. Es ermöglicht nicht nur ein besseres Abrufen der geordneten Informationen, sondern auch von ungeordneten Informationen im Arbeitsgedächtnis. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Vorteile des Chunking von der Größe der Informationseinheiten abhängen, wenn diese aus sich überschneidenden Elementsätzen bestehen.
So können Sie Chunking anwenden: Angenommen, Sie müssen einkaufen gehen und Ihre Liste enthält 20 Artikel. Anstatt zu versuchen, sich 20 Artikel einzeln zu merken, gruppieren Sie sie in größere Einheiten, d. h. in Kategorien.
Sie können beispielsweise separate Kategorien für leicht verderbliche Lebensmittel, Wein, Reinigungsmittel, Milchprodukte, Getreideprodukte usw. anlegen.
Es kann auch hilfreich sein, wenn Sie die Artikel in Ihrem Gedächtnis miteinander verknüpfen. Es ist zum Beispiel wahrscheinlicher, dass Sie sich an Eier, Schokoladenstreusel und Backpulver erinnern, wenn Sie die Liste mit dem Gedanken verknüpfen, dass Sie heute Abend Kekse backen werden.
Exekutive Funktionen
Exekutive Funktionen können als das Managementsystem des Gehirns beschrieben werden. Denn sie helfen uns, Dinge zu planen, sie auszuführen, aufmerksam zu sein und unsere Emotionen zu regulieren. Obwohl verschiedene Experten unterschiedlicher Meinung über die Anzahl der notwendigen exekutiven Funktionen sind, gehören die folgenden zu den wichtigsten:
Zeitmanagement
Arbeitsgedächtnis
Selbstkontrolle
Selbstbeobachtung
Planung
Flexibles Denken
Organisation
Diese Funktionen ermöglichen es Ihnen, Ihr Verhalten an verschiedene Situationen anzupassen. Sie müssen beispielsweise planen, was Sie heute Abend zum Abendessen anziehen werden. Aber Sie müssen auch Ihren Bildungsweg oder Ihre berufliche Karriere planen.
Ebenso müssen Sie Ihr Zimmer oder Ihr Haus in Ordnung halten. Gleichzeitig müssen Sie aber auch Ihr Leben als Ganzes organisieren, z. B. Ihre Liebesbeziehungen und familiären Bindungen.
Wenn Sie Ihr Gehirn verstehen, können Sie Ihre exekutiven Funktionen verbessern. Diese Fähigkeiten sind für Ihren täglichen und langfristigen Erfolg unerlässlich. Sie wissen jetzt, dass Neuroplastizität die treibende Kraft beim Erlernen neuer Dinge ist, einschließlich von Gewohnheiten und Mustern.
Sie können sich dieses Wissen zunutze machen und Ihre exekutiven Funktionen verbessern, indem Sie Folgendes tun:
Lernen Sie, Ihre Zeit einzuteilen: Ein wesentliches Zeichen für schwache exekutive Funktionen ist ein schlechtes Zeitmanagement. Wie können Sie dem entgegenwirken? Teilen Sie Ihre Aufgaben in „nicht dringend“, „wichtig“ und „dringend“ auf, um sie nach ihrer Dringlichkeit zu priorisieren. Auf lange Sicht werden Sie dies auf alle Lebensbereiche anwenden können, auch außerhalb des Berufslebens.
Erinnerungshilfen nutzen: Wir haben das Glück, in einer Zeit zu leben, in der wir unsere Smartphones immer bei uns tragen. Richten Sie auf Ihrem Telefon Erinnerungen ein, die Sie an die Dinge erinnern, die Sie tun müssen.
Halten Sie die Dinge einfach: Wenn Sie die Anzahl Ihrer Aufgaben reduzieren, hilft Ihnen das, organisiert zu bleiben und Ihre Zeit gut einzuteilen. Gleichzeitig können Sie besser planen und flexibel denken, um zu bestimmen, wie Sie die „dringenden“ Aufgaben rechtzeitig erledigen können.
Mythen rund ums Gehirn aufdecken
Wenn Sie Ihr Gehirn kennen, hilft Ihnen das auch, Mythen rund um die Gehirnfunktion aufzudecken. Oft fallen wir Fehlinformationen im Internet zum Opfer. Wenn Sie Ihre Informationen jedoch aus seriösen Quellen beziehen, z. B. aus wissenschaftlichen Zeitschriften, werden Sie verstehen, wie Ihr Gehirn tatsächlich funktioniert.
Lassen Sie uns mit zwei Mythen aufräumen, die Sie sicher schon einmal in Ihrem Leben gehört haben.
Mythos 1: Man kann bestimmte Teile des Gehirns verbessern
Wenn Sie schon einmal „Internet-Gurus“ zugehört haben, sind Sie bestimmt schon einmal auf jemanden gestoßen, der behauptet, man könne bestimmte Teile des Gehirns trainieren, um deren Funktion zu verbessern.
Lassen Sie uns diese Illusion zerstören, indem wir Ihnen sagen, dass das nicht stimmt. Das Gehirn verfügt über komplexe Verbindungen, und jede Region ist mit den anderen vernetzt, um eine optimale Gehirnfunktion zu gewährleisten. Daher können Sie nicht gezielt einen einzelnen Teil Ihres Gehirns trainieren, damit er besser funktioniert.
Ja, man kann eine bestimmte Fähigkeit durch Übung und Lernen entwickeln. Aber Sie können sich nicht einfach auf eine einzige Region konzentrieren und diese individuell verbessern. Derzeit gibt es nicht genügend Informationen, um zu verstehen, wo das Gehirn diese Informationen speichert oder wie das Lernen genau abläuft.
Tatsächlich zeigen Untersuchungen an Opfern von Kopfverletzungen, dass Verletzungen derselben Gehirnregion bei verschiedenen Individuen zu unterschiedlichen Verlusten führten. In dieser Hinsicht können wir uns das Gehirn wie einen Fingerabdruck vorstellen.
Wir haben alle einen, aber die Fingerabdrücke von jedem sind anders.
Mythos 2: Man wird mit bestimmten Fähigkeiten geboren, die sich im Laufe des Lebens nicht verändern
Oft wird das Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ fälschlicherweise auf das menschliche Gehirn angewendet. Auch wenn es im Alter etwas schwieriger sein mag, etwas Neues zu lernen, besitzt Ihr Gehirn immer noch erstaunliche Fähigkeiten, neue Fertigkeiten zu erlernen und aufzunehmen.
Die moderne Forschung hat die Plastizität des Gehirns nachgewiesen, was bedeutet, dass Entwicklung und Erfahrung das Gehirn verändern.
Früher glaubte man, dass die Gehirnentwicklung in der Kindheit aufhört. Heute wissen wir jedoch, dass die Reifung bestimmter Regionen des Gehirns bis zum Alter von 25 Jahren andauern kann.
Bei manchen Menschen entwickelt sich beispielsweise der Frontallappen im Alter von 18 oder 19 Jahren. Bei anderen entwickelt er sich früher. Deshalb brauchen manche Teenager etwas Zeit, um sich an das College anzupassen, während andere schon in einem früheren Stadium kognitiv dazu bereit sind.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Gehirn eher auf individueller Ebene verstanden werden muss, anstatt festzustellen, dass die Erkenntnisse für alle einheitlich sind. Das Tempo, in dem Ihr Gehirn reift, kann sich von dem Ihrer Freundin oder Ihrer Schwester unterscheiden.
Wenn Sie dies im Hinterkopf behalten, ist es verständlich, warum Sie neugierig sein könnten, die tatsächliche Funktionsweise IHRES individuellen Gehirns kennenzulernen und nicht nur DIE Funktionsweise des Gehirns im Allgemeinen.
Wie Sie etwas über Ihr Gehirn erfahren können?
Nun, da Sie wissen, wie wichtig es ist, etwas über Ihr Gehirn zu erfahren, lautet die Millionen-Dollar-Frage: Wie stellen Sie das an? Wie lernen Sie Ihr Gehirn kennen?

Die Technologie von Emotiv misst Elektroenzephalographie-Daten (EEG) aus dem Gehirn und analysiert sie, um Erkenntnisse über die Gehirnfunktion zu gewinnen.
Glücklicherweise ist die Technologie inzwischen so weit fortgeschritten, dass wir Zugang zu Technologien haben, die uns helfen, unser Gehirn besser zu verstehen. Emotiv ist ein Bioinformatik-Unternehmen, das es Menschen ermöglicht, ihr Gehirn zu verstehen, indem sie eine „Innenansicht“ erhalten.
Die Technologie von Emotiv misst Elektroenzephalographie-Daten (EEG) aus dem Gehirn und analysiert sie, um Erkenntnisse über die Gehirnfunktion zu gewinnen. Da diese Erkenntnisse kontextbasiert sind, liefern sie Informationen, die für das Verständnis der Bedeutung bestimmter Ereignisse und Bedingungen von zentraler Bedeutung sind.
Im Grunde setzen Sie ein Emotiv-Headset auf, und es misst die Signale Ihres Gehirns. Dann wandelt es diese Signale in aussagekräftige Gehirn-Insights und Analysen um.
Es ist durchaus möglich, die Leistung Ihres Gehirns mithilfe einer Neurotechnologie-Plattform wie Emotiv zu nutzen. Indem Sie Ihr Gehirn individuell verstehen, können Sie Ihre speziellen Fähigkeiten und Kapazitäten in der realen Welt einsetzen.
Wie man diese Informationen nutzt?
Wenn Sie einmal etwas über Ihr Gehirn erfahren haben, ist es an der Zeit, dieses Wissen sinnvoll zu nutzen. Wenn Sie genau verstehen, wie Sie lernen, Informationen behalten, Erinnerungen verarbeiten und mit Problemen umgehen, können Sie Ihr Gehirn durch die für Sie geeigneten Praktiken fit halten.
Hier sind einige einfache Möglichkeiten, wie Sie Ihr Gehirn fit halten können:
Lösen Sie ein Puzzle
Puzzles sind nicht nur etwas für Kinder. Die Arbeit an einem 1000-Teile-Puzzle eines Gebäudes oder das Zusammensetzen von 500 Teilen zu einem Disney-Filmplakat wird Ihnen helfen, Ihr Gehirn zu stärken.
Die Forschung hat herausgefunden, dass Sie Ihr Gehirn vor der visuell-räumlichen kognitiven Alterung schützen, wenn Sie Puzzles lösen. Ihr visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis bestimmt die Zeit, die Sie benötigen, um Augen- und Berührungsreaktionen zu koordinieren.
Häufige Beispiele hierfür sind das Zuknöpfen des Hemdes, das Zeichnen oder das Zusammenbauen von zerlegten Möbeln. Sogar das Machen des Bettes ist ein Beispiel für das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis.
Wenn Sie an einem Puzzle arbeiten, müssen Sie herausfinden, wohin welches Teil gehört. Das ist zwar in Bezug auf die Tätigkeit, die Sie gerade ausführen, trivial, aber der Nutzen kann im größeren Rahmen von herausragender Bedeutung sein.
Erweitern Sie Ihren Wortschatz
Mehrsprachigkeit ist nicht nur ein Weg, um Eindruck zu schinden oder effektiver mit anderen zu kommunizieren. Sie trägt auch dazu bei, Ihr Gehirn anzuregen. Untersuchungen zeigen, dass viele Teile des Gehirns, die typischerweise an der auditiven und visuellen Verarbeitung beteiligt sind, auch bei Vokabelaufgaben eine Rolle spielen.
Wenn Sie neue Wörter in Ihrer Sprache oder einer neuen Sprache lernen, stärken Sie letztendlich die Konnektivität in all diesen Regionen des Gehirns.
Sie müssen nicht unbedingt eine neue Sprache von Grund auf lernen, um diese kognitionsfördernde Aktivität zu praktizieren. Wenn Sie ein Buch lesen oder auch nur durch die sozialen Medien scrollen und auf ein Wort stoßen, das Ihnen nicht vertraut ist, suchen Sie bei Google nach seiner Bedeutung.
Schreiben Sie es auf oder gehen Sie es einfach ein paar Mal am Tag im Geist durch. Sie können auch versuchen, das Wort in Gesprächen zu verwenden. Mit der Zeit werden Sie in der Lage sein, neue Wörter schneller zu lernen.
Tanzen
Etwas so Einfaches und Unterhaltsames wie Tanzen kann dazu beitragen, das Gedächtnis und die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit Ihres Gehirns zu verbessern. Die Ursache liegt wahrscheinlich in dem hohen Maß an Koordination, das beim Tanzen erforderlich ist. Wenn Sie einen Salsa- oder Zumba-Kurs besuchen, müssen Sie sich die Schritte für jeden Takt einprägen.
Mit der Zeit trägt dies zur Verbesserung Ihrer Lernfähigkeit bei. Außerdem können Sie damit Ihre Freunde beim nächsten Treffen beeindrucken.
Bringen Sie jemandem eine Fähigkeit bei
Weiter oben in diesem Artikel haben wir erklärt, wie das Erlernen einer Fähigkeit die Verbindungen in Ihrem Gehirn stärkt. Dasselbe gilt auch, wenn Sie jemand anderem eine Fähigkeit beibringen.
Wenn Sie zum Beispiel Klavier spielen können, können Sie es einem Freund beibringen. Dadurch üben Sie das, was Sie bereits können, und stärken die Verbindungen zwischen den Neuronen in Ihrem Gehirn. Gleichzeitig sehen Sie auch die Fehler, die Ihr Freund macht.
Sie können diese Fehler dann korrigieren, was Ihr Wissen über diese spezielle Fähigkeit letztendlich festigen wird.
Meditation
Wenn Sie ständig gestresst sind und Ihr Gehirn ständig auf Hochtouren zu laufen scheint, ist Meditation Ihr Verbündeter. Meditation hilft, Ihren Körper zu beruhigen und Stress abzubauen. Sie verlangsamt auch Ihre Atmung, was zusätzlich hilft, Ihren Stresspegel zu senken.
Möchten Sie das Beste daran hören? Es ist zudem bekannt, dass Meditation die Informationsverarbeitungskapazität Ihres Gehirns erhöht. Außerdem verfeinert sie Ihr Gedächtnis und sorgt dafür, dass Sie sich an Dinge richtig und schnell erinnern.
Wenn Sie von der Meditation profitieren wollen, befolgen Sie diese Tipps genau:
Wenn Sie mit dem Meditieren beginnen, sollten Sie nicht erwarten, dass es Ihr Leben komplett verändert. Gehen Sie einen Schritt nach dem anderen. Sagen Sie sich, dass Sie meditieren, um Ihre Atmung zu verlangsamen. Gehen Sie in der nächsten Woche mit dem Ziel in die Meditation, Ihren Stress abzubauen.
Bleiben Sie bei Ihrer Meditationsroutine. Es hilft, eine feste Zeit für die Meditation vorzusehen.
Schaffen Sie sich einen Raum für die Meditation. Wählen Sie einen ruhigen Ort in Ihrer Wohnung oder irgendwo draußen und meditieren Sie dort täglich. Wenn Sie jeden Tag den Ort wechseln, fällt es Ihrem Körper unter Umständen schwer, sich darauf einzustellen.
Nehmen Sie ein paar tiefe Atemzüge und beruhigen Sie Ihren Körper.
Kennen Sie Ihre Schaltzentrale

Sie können sich selbst darauf trainieren, Informationen zu behalten, resilient zu sein, das Gedächtnis zu verbessern und Ihr Leben insgesamt zu bereichern.
Das Gehirn ist unbestreitbar das wichtigste Organ des Körpers. Trotz seiner geringen Größe koordiniert und steuert es alles von Gedächtnis und Wahrnehmung bis hin zu Kognition und Emotionen.
Das Lernen über das Gehirn ist daher ein hervorragender Weg, um sich selbst zu stärken. Wenn Sie wissen, wie Sie neue Fähigkeiten erlernen oder Ihre Emotionen regulieren können, sind Sie besser gerüstet, um einen neuen Kurs zu belegen oder mit einer traumatischen Erfahrung in Ihrem Leben umzugehen.
Ebenso können Sie sich durch das Verständnis von Konzepten wie Neuroplastizität und Arbeitsgedächtnis darauf trainieren, Informationen zu behalten, resilient zu sein, das Gedächtnis zu verbessern und Ihr Leben insgesamt zu bereichern.
Dr. John N. Morris, Direktor des Social and Health Policy Research-Instituts am Institute for Aging Research, sagt, dass Ihre kognitiven Fähigkeiten und Ihr Gedächtnis im Laufe der Zeit nachlassen werden. Deshalb müssen Sie schon jetzt anfangen, Ihre Reserven aufzubauen.
Wenn Sie Ihr Gehirn kennen, wird Ihnen genau das gelingen. Es befähigt Sie dazu, Entscheidungen zu treffen, die Ihnen schlussendlich im Alter zugute kommen und das neurodegenerative Altern in Ihrem Körper verzögern.
Unser Gehirn ist der komplexeste Teil unseres Körpers und steuert alles von der Intelligenz und Kognition bis hin zur Verhaltenssteuerung. Obwohl es nur etwa eineinhalb Kilo wiegt, ist das Gehirn die Kontrollstation für den restlichen Körper.
Es ist für das Funktionieren des Körpers so wichtig, dass es bereits vor der Geburt heranreift. Interessanterweise reift das Gehirn nicht bei jedem im gleichen Tempo. Das sollte jedoch nicht allzu überraschend sein.
Unsere Körper wachsen unterschiedlich. Von der emotionalen Reife bis zur Pubertät erreichen wir verschiedene Entwicklungsstufen in unterschiedlichem Tempo. Daher ist es nur logisch, dass auch unsere Gehirne unterschiedlich sind. Das macht Sie bestimmt neugierig auf die Funktionsweise Ihres Gehirns und wie es sich von dem eines anderen Menschen unterscheiden kann.
Hier ist ein Überblick darüber, warum es wichtig ist, sein Gehirn zu kennen, und wie dieses Wissen Sie stärken kann.
Warum Sie etwas über Ihr Gehirn erfahren sollten
Unser Nervensystem besteht aus einer Vielzahl von Zellen, den so genannten Neuronen, welche die primären Funktionseinheiten des Gehirns bilden. Alle Erinnerungen, Gefühle, Empfindungen und Bewegungen im Körper resultieren aus der Weiterleitung von Signalen durch Neuronen unterschiedlicher Funktion, Form und Größe.
Im Durchschnitt besteht ein menschliches Gehirn aus 80 bis 90 Milliarden Neuronen. Neben den Neuronen enthält das Gehirn auch Gliazellen – spezialisierte Zellen, welche die Neuronen schützen.

Alle Erinnerungen, Gefühle, Empfindungen und Bewegungen im Körper resultieren aus der Weiterleitung von Signalen durch Neuronen unterschiedlicher Funktion, Form und Größe.
Wissenschaftler haben in den letzten Jahrhunderten viel über das Gehirn herausgefunden, unter anderem über viele seiner Strukturen und Funktionen. Diese Entdeckungen haben gezeigt, dass die grundlegende Anatomie des Gehirns bei allen Menschen ähnlich ist.
Das Muster der neuronalen Verbindungen und Interaktionen variiert jedoch von Mensch zu Mensch. Daher rührt auch die Vielfalt im menschlichen Verhalten. Unsere Gehirnkreisläufe strukturieren sich mit jeder neuen Erfahrung um und machen uns zu den Menschen, die wir sind.
Wie können wir uns immer noch an ein Ereignis vor zwanzig Jahren erinnern? Wie lernen Menschen Ballett zu tanzen oder mit einem Dutzend Bällen gleichzeitig zu jonglieren? All diese erstaunlichen Erfahrungen sind dem Gehirn zuzuschreiben.
Das Gehirn ist jedoch so komplex, dass es schwer ist, es vollständig zu verstehen. Forscher versuchen immer noch zu verstehen, wie die verschiedenen Teile des Gehirns bei Emotionen, Gedächtnis, Intellekt und anderen Wahrnehmungen eine Rolle spielen.
Um das Gehirn wirklich zu verstehen, müssen wir seine zellulären Bestandteile identifizieren und sie anhand ihrer Konnektivität und Funktion charakterisieren. Tatsächlich leiten sich viele neue Behandlungsmethoden aus diesem grundlegenden Verständnis der Interaktion von Neuronen im Körper ab.
Eine der frühesten Methoden zur Untersuchung des Gehirns war das Elektroenzephalogramm (EEG). Im Jahr 1929 platzierte Hans Berger Sensoren auf der Kopfhaut, um die von Neuronen erzeugten elektrischen Potenziale aufzuzeichnen. Dies lieferte den ersten Insight in die Gehirnaktivität. Obwohl es sich bei diesem frühen EEG um rudimentäre analoge Aufzeichnungen handelte, hat sich die Technologie so weit entwickelt, dass die Daten von Gehirnwellen digitalisiert werden können, und wird auch heute noch in den unterschiedlichsten Szenarien eingesetzt. Heute sind kognitive Psychologie und Hirnforschung stärker kontextbezogen. Wir verfügen nun über Werkzeuge, mit denen wir Datensätze untersuchen können, um die Gehirnfunktion in Bezug auf bestimmte Bedingungen, Umgebungen, Auslöser und Aktivitäten zu verstehen – was früher nicht möglich war.
Die Kontextualisierung von Gehirnstudien ermöglicht es uns, uns selbst zu verstehen und zu untersuchen, wie unser Gehirn an unserer Interaktion mit unserer Umgebung beteiligt ist.
In Anbetracht dessen gibt es viele Gründe für Sie, etwas über Ihr Gehirn zu lernen.
Lernfähigkeiten verbessern
Im Laufe der Jahre hat die Forschung rund um die „Lernfähigkeit“ des Gehirns Pädagogen dabei geholfen, eine Lernumgebung zu schaffen, die für Schüler nicht nur geeignet ist, sondern auch effektives Lernen erleichtert.
Dieses Wissen ist jedoch nicht nur für Lehrer nützlich. Sie können es auch individuell nutzen, um Ihr kognitives Wohlbefinden zu verbessern und letztendlich Ihre Lebensqualität zu steigern.
Nehmen wir das Beispiel des Erlernens neuer Dinge, um dies im Detail zu erklären.
Wenn Sie etwas Neues lernen, finden in Ihrem Gehirn viele Veränderungen statt. Die auffälligste davon ist die Entstehung neuer Verbindungen zwischen Neuronen – ein Phänomen, das als Neuroplastizität bezeichnet wird.
Wenn Sie dieselbe Sache immer und immer wieder üben, werden diese Verbindungen stärker. Infolgedessen werden die Botschaften zwischen den Neuronen schneller übertragen. Wie hilft Ihnen das? Es ermöglicht Ihnen, das Gelernte viel schneller und effizienter abzurufen.
Wie Sie Ihre Kognition verbessern können?
Angenommen, Sie lernen nähen. Als Anfänger werden Sie Stunden oder sogar Tage brauchen, um eine bestimmte Stichart zu erlernen und zu perfektionieren. Mit etwas Übung wird es Ihnen in Fleisch und Blut übergehen.
Interessanterweise ist das Gegenteil ebenfalls der Fall. Wenn Sie aufhören zu üben, werden die Verbindungen schwächer, und Sie werden bei dieser Aufgabe nicht mehr so effizient sein.
Ein Frontiers-Artikel erklärt dies am Beispiel eines Pfades in einem bewachsenen Wald. Wenn Sie das erste Mal hindurchgehen, wird es Ihnen schwerfallen, die Äste und Pflanzen aus dem Weg zu räumen.
Aber je öfter Sie ihn begehen, desto praktischer wird der Weg, da Sie jedes Mal, wenn Sie vorbeikommen, Äste aus dem Weg räumen. Nach einer Weile wird eine Zeit kommen, in der Sie nichts mehr wegräumen müssen, da der Weg frei ist und Sie ihn mühelos begehen können.

Sie können sich selbst dazu befähigen, Ihre Lernfähigkeiten zu verbessern.
Wenn Sie den Pfad jedoch einige Monate oder Jahre lang nicht mehr benutzen, wächst die Vegetation nach. Wenn Sie dann zu diesem Pfad zurückkehren, müssen Sie wieder ganz von vorne anfangen.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass einige neuronale Verbindungen im Gehirn so stark werden, dass sie nie ganz verschwinden, selbst wenn sie nicht häufig genutzt werden.
Mit diesem Wissen über Ihr Gehirn können Sie selbst aktiv werden, um Ihre Lernfähigkeiten zu verbessern. Sie wissen jetzt, dass Sie eine Fähigkeit oder eine neue Sache üben müssen, um sie zu perfektionieren.
Noch besser ist es, wenn Sie sich selbst testen, denn dann können Sie sich an das Gelernte eher erinnern. Eine Studie hat gezeigt, dass man sich Informationen besser einprägt, wenn man Prüfungen oder Tests absolviert, als wenn man sie nur liest. Das heißt, der Versuch, Informationen abzurufen, hilft Ihnen, sie besser im Gedächtnis zu behalten als das bloße Wiederholen.
Angenommen, Sie lernen eine neue Programmiersprache. Sicherlich hilft Ihnen das Üben, schneller und besser zu lernen. Wenn Sie aber auch online Codierübungen machen oder an einem Projekt arbeiten, bei dem Sie die Informationen aktiv abrufen, ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass Sie die gelernten Informationen im Gedächtnis behalten.
Resilienz aufbauen
Wenn Sie verstehen, wie Ihr Gehirn funktioniert, hilft Ihnen das auch, Resilienz aufzubauen. Es ist interessant festzustellen, dass Resilienz keine Eigenschaft ist, mit der man geboren wird. Es ist ein Denkprozess und eine Reihe von Verhaltensweisen, die man im Laufe der Zeit erlernen und entwickeln kann.
Resilienz ist wichtig, weil sie Ihnen die Kraft gibt, schwierige Lebensphasen zu überstehen und zu verarbeiten. Menschen, denen es an Resilienz mangelt, neigen eher dazu, sich überfordert zu fühlen und ungesunde Bewältigungsmechanismen anzunehmen.
Gleichzeitig können Menschen mit höherer Resilienz auf ihre Unterstützungssysteme und Stärken zurückgreifen, um einen Weg durch ihre Probleme zu finden und Tragödien oder Herausforderungen im Leben zu meistern.
Nein, die Instagram-Mantras auf schrulligen Hintergründen werden Ihnen hier nicht helfen. Stattdessen können Sie die Neuroplastizität Ihres Gehirns nutzen, um einen widerstandsfähigen Geist aufzubauen. Dadurch verbessern Sie Ihre Stressbewältigung.
Lassen Sie uns zunächst verstehen, was Resilienz eigentlich bedeutet. Resilienz bedeutet nicht Gleichgültigkeit gegenüber Tragödien oder Schmerzen, die Ihnen begegnen. Sie ist vielmehr ein Prozess der Anpassung in Zeiten von Traumata, Tragödien oder Widrigkeiten.
Einfach ausgedrückt ist es der Akt des „Wiederaufrichtens“ nach einem schweren Einschnitt im Leben, wie dem Tod eines geliebten Menschen oder einer gesundheitlichen Herausforderung. Resilienz ist jedoch nicht proportional zu der Anzahl der Motivationsredner, die Sie sich anhören, oder dazu, wie viel Sie beten – auch wenn diese Dinge hilfreich sein können.
Resilienz hat viel mit der Aktivierung des linken präfrontalen Kortex in Ihrem Gehirn zu tun.
Forschung über Resilienz und das Gehirn
Laut Richard Davidson, Professor für Psychologie und Psychiatrie an der University of Wisconsin-Madison, kann die Aktivität in dieser Gehirnregion bei einer resilienten Person dreißigmal so hoch sein wie bei einer Person, die nicht resilient ist.
In seiner frühen Forschung fand Davidson heraus, dass die Anzahl der Signale vom präfrontalen Kortex zur Amygdala bestimmt, wie schnell sich das Gehirn von einer emotionalen Erschütterung erholt.
Die Amygdala ist eine Gehirnregion, die Bedrohungen erkennt und die Kampf-oder-Flucht-Reaktion aktiviert. Wenn die Aktivität im präfrontalen Kortex erhöht ist, verkürzt sich die Zeit, die die Amygdala zur Aktivierung benötigt.
Wenn der linke präfrontale Kortex hingegen weniger stark aktiviert ist, braucht die Amygdala länger, um zu reagieren. Später führte Davidson umfangreichere Untersuchungen mithilfe von MRT-Scans durch und fand heraus, dass die Menge der weißen Substanz – also der Axone, welche die Neuronen verbinden – zwischen der Amygdala und dem präfrontalen Kortex direkt proportional zur Resilienz ist.
Einfach ausgedrückt bedeutet dies: Wenn Sie mehr weiße Substanz oder eine bessere Verbindung zwischen den beiden Regionen haben, sind Sie resilienter. Das Gegenteil ist ebenfalls der Fall.
Wie man ein resilientes Gehirn aufbaut?
Die Forschung von Professor Davidson ist ein großartiges Beispiel dafür, wie wir das Wissen über unser Gehirn nutzen können, um uns selbst zu verbessern. Inzwischen wissen Sie, dass stärkere Verbindungen zwischen der Amygdala und dem präfrontalen Kortex dazu beitragen, dass Sie resilienter werden.

Sie können aktiv darauf hinarbeiten, indem Sie sich Gewohnheiten und Verhaltensweisen aneignen, die zum Aufbau eines resilienten Gehirns beitragen.
Dazu können Sie aktiv beitragen, indem Sie sich Gewohnheiten und Verhaltensweisen aneignen, die den Aufbau eines resilienten Gehirns unterstützen. Hier sind einige Beispiele:
Mitgefühl üben: Mitgefühl mit sich selbst sollte nicht mit Arroganz, Bequemlichkeit oder Selbstmitleid verwechselt werden. Es ist vielmehr das positive Anerkennen der eigenen Fehler und Leiden, das einem schließlich hilft, mit Verständnis und Fürsorge auf sie zu reagieren. Die Forschung fand heraus, dass Selbstmitgefühl ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung ist, ob tragische Lebensereignisse zu Rückschlägen oder zu Meilensteinen für den weiteren Lebensweg werden.
Achtsamkeit üben: Achtsam zu sein bedeutet ganz einfach, dass Sie sich der Dinge bewusst sind, die im jeweiligen Moment geschehen. Bei der Achtsamkeit müssen Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Gegenwart richten. Untersuchungen zeigen, dass Achtsamkeit die Neuroplastizität im Gehirn anregen kann. Infolgedessen könnte sie den altersbedingten Gehirnabbau verringern, die Aufmerksamkeitsspanne verbessern, das Arbeitsgedächtnis stärken und kognitive Funktionen verbessern.
Dankbarkeit nutzen: Als Menschen neigen wir von Natur aus dazu, negative Dinge wahrzunehmen und uns auf sie zu konzentrieren – ein Phänomen, das als Negativitätsbias bezeichnet wird. Leider kann diese angeborene Eigenschaft es uns oft erschweren, angesichts von Tragödien resilient zu sein. Aber Dankbarkeit ist ein wissenschaftlich belegter Weg, um diese negative Voreingenommenheit zu überwinden und das Gute in Ihrem Leben zu verinnerlichen. Untersuchungen zeigen, dass Dankbarkeit nicht nur Ihre allgemeine Gesundheit verbessert, sondern auch die Schlafqualität und -dauer steigert.
Dies sind zwar nicht die einzigen Möglichkeiten, ein resilientes Gehirn aufzubauen, aber diese Praktiken helfen Ihnen, die Konnektivität in Ihrem Gehirn im Laufe der Zeit zu verbessern. Sie können auch andere Dinge üben, wie Großzügigkeit, Motivation und Lernen, um Ihre Resilienz zu stärken.
Gehirnfunktion verbessern
Sobald Sie zu verstehen beginnen, wie Ihr Gehirn funktioniert, können Sie seine Gesamtleistung tatsächlich verbessern. Durch Übung können Sie Planungs-, Organisations-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfähigkeiten entwickeln.
Arbeitsgedächtnis
Ihr Arbeitsgedächtnis ist die Fähigkeit des Gehirns, Informationen zu behalten, während es ein Problem löst. Sie lesen beispielsweise eine Nummer aus einem Telefonbuch ab und können sie so lange im Gedächtnis behalten, wie es dauert, sie auf Ihrem Telefon zu wählen.
Nach einer Stunde haben Sie sie jedoch wieder vergessen.
Die Hirnforschung zeigt, dass dem Arbeitsgedächtnis ein Mechanismus zugrunde liegt, der in drei Stufen erklärt werden kann: Speicherung, Aufmerksamkeit und Kontrolle.
Verschiedene Methoden der Gehirnuntersuchung zeigen, dass alle drei Mechanismen wichtig sind, um zu erklären, wie sich die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses bei einzelnen Personen unterscheidet. Das Ausmaß des Arbeitsgedächtnisses einer Person hängt auch mit der Hirnreifung zusammen.
So können Grundschulkinder beispielsweise nur ein oder zwei Anweisungen auf einmal befolgen. Lehrer hingegen können Oberstufenschülern eine ganze Liste von Aufgaben geben, und deren Gehirn wird sich daran erinnern.
Hier sind einige Beispiele, die darauf hindeuten, dass Sie ein schwaches Arbeitsgedächtnis haben könnten:
Sie möchten an einem Gespräch teilnehmen, aber wenn die andere Person ausgesprochen hat, haben Sie vergessen, was Sie sagen wollten.
Sie verlieren ständig Ihre Geldbörse, Schlüssel und Ihr Telefon.
Sie nehmen sich vor, etwas zu tun, vergessen aber, die Utensilien dafür mitzubringen, obwohl Sie erst vor wenigen Minuten daran erinnert wurden.
Sie müssen einen Absatz mehrmals lesen, um die darin enthaltenen Informationen zu behalten.
Wenn Sie eines dieser Dinge erleben, haben Sie wahrscheinlich ein schwaches Arbeitsgedächtnis. Wie können Sie es verbessern? Indem Sie mehr über Ihr Gehirn erfahren und verstehen, wie Ihr individuelles Gehirn arbeitet.

Durch Übung können Sie Planungs-, Organisations-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfähigkeiten entwickeln.
Sobald Sie diese Informationen haben, können Sie sie nutzen, um sich entsprechend zu trainieren. Sie können zum Beispiel ein Phänomen namens Chunking nutzen, um Ihr Arbeitsgedächtnis zu verbessern.
Chunking (Klumpenbildung) bezieht sich auf die Umcodierung kleinerer Informationseinheiten in größere Einheiten. Es wird angenommen, dass Chunking die Kapazitätsgrenzen des Arbeitsgedächtnisses umgehen kann.
Chunking entlastet das Arbeitsgedächtnis. Es ermöglicht nicht nur ein besseres Abrufen der geordneten Informationen, sondern auch von ungeordneten Informationen im Arbeitsgedächtnis. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Vorteile des Chunking von der Größe der Informationseinheiten abhängen, wenn diese aus sich überschneidenden Elementsätzen bestehen.
So können Sie Chunking anwenden: Angenommen, Sie müssen einkaufen gehen und Ihre Liste enthält 20 Artikel. Anstatt zu versuchen, sich 20 Artikel einzeln zu merken, gruppieren Sie sie in größere Einheiten, d. h. in Kategorien.
Sie können beispielsweise separate Kategorien für leicht verderbliche Lebensmittel, Wein, Reinigungsmittel, Milchprodukte, Getreideprodukte usw. anlegen.
Es kann auch hilfreich sein, wenn Sie die Artikel in Ihrem Gedächtnis miteinander verknüpfen. Es ist zum Beispiel wahrscheinlicher, dass Sie sich an Eier, Schokoladenstreusel und Backpulver erinnern, wenn Sie die Liste mit dem Gedanken verknüpfen, dass Sie heute Abend Kekse backen werden.
Exekutive Funktionen
Exekutive Funktionen können als das Managementsystem des Gehirns beschrieben werden. Denn sie helfen uns, Dinge zu planen, sie auszuführen, aufmerksam zu sein und unsere Emotionen zu regulieren. Obwohl verschiedene Experten unterschiedlicher Meinung über die Anzahl der notwendigen exekutiven Funktionen sind, gehören die folgenden zu den wichtigsten:
Zeitmanagement
Arbeitsgedächtnis
Selbstkontrolle
Selbstbeobachtung
Planung
Flexibles Denken
Organisation
Diese Funktionen ermöglichen es Ihnen, Ihr Verhalten an verschiedene Situationen anzupassen. Sie müssen beispielsweise planen, was Sie heute Abend zum Abendessen anziehen werden. Aber Sie müssen auch Ihren Bildungsweg oder Ihre berufliche Karriere planen.
Ebenso müssen Sie Ihr Zimmer oder Ihr Haus in Ordnung halten. Gleichzeitig müssen Sie aber auch Ihr Leben als Ganzes organisieren, z. B. Ihre Liebesbeziehungen und familiären Bindungen.
Wenn Sie Ihr Gehirn verstehen, können Sie Ihre exekutiven Funktionen verbessern. Diese Fähigkeiten sind für Ihren täglichen und langfristigen Erfolg unerlässlich. Sie wissen jetzt, dass Neuroplastizität die treibende Kraft beim Erlernen neuer Dinge ist, einschließlich von Gewohnheiten und Mustern.
Sie können sich dieses Wissen zunutze machen und Ihre exekutiven Funktionen verbessern, indem Sie Folgendes tun:
Lernen Sie, Ihre Zeit einzuteilen: Ein wesentliches Zeichen für schwache exekutive Funktionen ist ein schlechtes Zeitmanagement. Wie können Sie dem entgegenwirken? Teilen Sie Ihre Aufgaben in „nicht dringend“, „wichtig“ und „dringend“ auf, um sie nach ihrer Dringlichkeit zu priorisieren. Auf lange Sicht werden Sie dies auf alle Lebensbereiche anwenden können, auch außerhalb des Berufslebens.
Erinnerungshilfen nutzen: Wir haben das Glück, in einer Zeit zu leben, in der wir unsere Smartphones immer bei uns tragen. Richten Sie auf Ihrem Telefon Erinnerungen ein, die Sie an die Dinge erinnern, die Sie tun müssen.
Halten Sie die Dinge einfach: Wenn Sie die Anzahl Ihrer Aufgaben reduzieren, hilft Ihnen das, organisiert zu bleiben und Ihre Zeit gut einzuteilen. Gleichzeitig können Sie besser planen und flexibel denken, um zu bestimmen, wie Sie die „dringenden“ Aufgaben rechtzeitig erledigen können.
Mythen rund ums Gehirn aufdecken
Wenn Sie Ihr Gehirn kennen, hilft Ihnen das auch, Mythen rund um die Gehirnfunktion aufzudecken. Oft fallen wir Fehlinformationen im Internet zum Opfer. Wenn Sie Ihre Informationen jedoch aus seriösen Quellen beziehen, z. B. aus wissenschaftlichen Zeitschriften, werden Sie verstehen, wie Ihr Gehirn tatsächlich funktioniert.
Lassen Sie uns mit zwei Mythen aufräumen, die Sie sicher schon einmal in Ihrem Leben gehört haben.
Mythos 1: Man kann bestimmte Teile des Gehirns verbessern
Wenn Sie schon einmal „Internet-Gurus“ zugehört haben, sind Sie bestimmt schon einmal auf jemanden gestoßen, der behauptet, man könne bestimmte Teile des Gehirns trainieren, um deren Funktion zu verbessern.
Lassen Sie uns diese Illusion zerstören, indem wir Ihnen sagen, dass das nicht stimmt. Das Gehirn verfügt über komplexe Verbindungen, und jede Region ist mit den anderen vernetzt, um eine optimale Gehirnfunktion zu gewährleisten. Daher können Sie nicht gezielt einen einzelnen Teil Ihres Gehirns trainieren, damit er besser funktioniert.
Ja, man kann eine bestimmte Fähigkeit durch Übung und Lernen entwickeln. Aber Sie können sich nicht einfach auf eine einzige Region konzentrieren und diese individuell verbessern. Derzeit gibt es nicht genügend Informationen, um zu verstehen, wo das Gehirn diese Informationen speichert oder wie das Lernen genau abläuft.
Tatsächlich zeigen Untersuchungen an Opfern von Kopfverletzungen, dass Verletzungen derselben Gehirnregion bei verschiedenen Individuen zu unterschiedlichen Verlusten führten. In dieser Hinsicht können wir uns das Gehirn wie einen Fingerabdruck vorstellen.
Wir haben alle einen, aber die Fingerabdrücke von jedem sind anders.
Mythos 2: Man wird mit bestimmten Fähigkeiten geboren, die sich im Laufe des Lebens nicht verändern
Oft wird das Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ fälschlicherweise auf das menschliche Gehirn angewendet. Auch wenn es im Alter etwas schwieriger sein mag, etwas Neues zu lernen, besitzt Ihr Gehirn immer noch erstaunliche Fähigkeiten, neue Fertigkeiten zu erlernen und aufzunehmen.
Die moderne Forschung hat die Plastizität des Gehirns nachgewiesen, was bedeutet, dass Entwicklung und Erfahrung das Gehirn verändern.
Früher glaubte man, dass die Gehirnentwicklung in der Kindheit aufhört. Heute wissen wir jedoch, dass die Reifung bestimmter Regionen des Gehirns bis zum Alter von 25 Jahren andauern kann.
Bei manchen Menschen entwickelt sich beispielsweise der Frontallappen im Alter von 18 oder 19 Jahren. Bei anderen entwickelt er sich früher. Deshalb brauchen manche Teenager etwas Zeit, um sich an das College anzupassen, während andere schon in einem früheren Stadium kognitiv dazu bereit sind.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Gehirn eher auf individueller Ebene verstanden werden muss, anstatt festzustellen, dass die Erkenntnisse für alle einheitlich sind. Das Tempo, in dem Ihr Gehirn reift, kann sich von dem Ihrer Freundin oder Ihrer Schwester unterscheiden.
Wenn Sie dies im Hinterkopf behalten, ist es verständlich, warum Sie neugierig sein könnten, die tatsächliche Funktionsweise IHRES individuellen Gehirns kennenzulernen und nicht nur DIE Funktionsweise des Gehirns im Allgemeinen.
Wie Sie etwas über Ihr Gehirn erfahren können?
Nun, da Sie wissen, wie wichtig es ist, etwas über Ihr Gehirn zu erfahren, lautet die Millionen-Dollar-Frage: Wie stellen Sie das an? Wie lernen Sie Ihr Gehirn kennen?

Die Technologie von Emotiv misst Elektroenzephalographie-Daten (EEG) aus dem Gehirn und analysiert sie, um Erkenntnisse über die Gehirnfunktion zu gewinnen.
Glücklicherweise ist die Technologie inzwischen so weit fortgeschritten, dass wir Zugang zu Technologien haben, die uns helfen, unser Gehirn besser zu verstehen. Emotiv ist ein Bioinformatik-Unternehmen, das es Menschen ermöglicht, ihr Gehirn zu verstehen, indem sie eine „Innenansicht“ erhalten.
Die Technologie von Emotiv misst Elektroenzephalographie-Daten (EEG) aus dem Gehirn und analysiert sie, um Erkenntnisse über die Gehirnfunktion zu gewinnen. Da diese Erkenntnisse kontextbasiert sind, liefern sie Informationen, die für das Verständnis der Bedeutung bestimmter Ereignisse und Bedingungen von zentraler Bedeutung sind.
Im Grunde setzen Sie ein Emotiv-Headset auf, und es misst die Signale Ihres Gehirns. Dann wandelt es diese Signale in aussagekräftige Gehirn-Insights und Analysen um.
Es ist durchaus möglich, die Leistung Ihres Gehirns mithilfe einer Neurotechnologie-Plattform wie Emotiv zu nutzen. Indem Sie Ihr Gehirn individuell verstehen, können Sie Ihre speziellen Fähigkeiten und Kapazitäten in der realen Welt einsetzen.
Wie man diese Informationen nutzt?
Wenn Sie einmal etwas über Ihr Gehirn erfahren haben, ist es an der Zeit, dieses Wissen sinnvoll zu nutzen. Wenn Sie genau verstehen, wie Sie lernen, Informationen behalten, Erinnerungen verarbeiten und mit Problemen umgehen, können Sie Ihr Gehirn durch die für Sie geeigneten Praktiken fit halten.
Hier sind einige einfache Möglichkeiten, wie Sie Ihr Gehirn fit halten können:
Lösen Sie ein Puzzle
Puzzles sind nicht nur etwas für Kinder. Die Arbeit an einem 1000-Teile-Puzzle eines Gebäudes oder das Zusammensetzen von 500 Teilen zu einem Disney-Filmplakat wird Ihnen helfen, Ihr Gehirn zu stärken.
Die Forschung hat herausgefunden, dass Sie Ihr Gehirn vor der visuell-räumlichen kognitiven Alterung schützen, wenn Sie Puzzles lösen. Ihr visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis bestimmt die Zeit, die Sie benötigen, um Augen- und Berührungsreaktionen zu koordinieren.
Häufige Beispiele hierfür sind das Zuknöpfen des Hemdes, das Zeichnen oder das Zusammenbauen von zerlegten Möbeln. Sogar das Machen des Bettes ist ein Beispiel für das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis.
Wenn Sie an einem Puzzle arbeiten, müssen Sie herausfinden, wohin welches Teil gehört. Das ist zwar in Bezug auf die Tätigkeit, die Sie gerade ausführen, trivial, aber der Nutzen kann im größeren Rahmen von herausragender Bedeutung sein.
Erweitern Sie Ihren Wortschatz
Mehrsprachigkeit ist nicht nur ein Weg, um Eindruck zu schinden oder effektiver mit anderen zu kommunizieren. Sie trägt auch dazu bei, Ihr Gehirn anzuregen. Untersuchungen zeigen, dass viele Teile des Gehirns, die typischerweise an der auditiven und visuellen Verarbeitung beteiligt sind, auch bei Vokabelaufgaben eine Rolle spielen.
Wenn Sie neue Wörter in Ihrer Sprache oder einer neuen Sprache lernen, stärken Sie letztendlich die Konnektivität in all diesen Regionen des Gehirns.
Sie müssen nicht unbedingt eine neue Sprache von Grund auf lernen, um diese kognitionsfördernde Aktivität zu praktizieren. Wenn Sie ein Buch lesen oder auch nur durch die sozialen Medien scrollen und auf ein Wort stoßen, das Ihnen nicht vertraut ist, suchen Sie bei Google nach seiner Bedeutung.
Schreiben Sie es auf oder gehen Sie es einfach ein paar Mal am Tag im Geist durch. Sie können auch versuchen, das Wort in Gesprächen zu verwenden. Mit der Zeit werden Sie in der Lage sein, neue Wörter schneller zu lernen.
Tanzen
Etwas so Einfaches und Unterhaltsames wie Tanzen kann dazu beitragen, das Gedächtnis und die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit Ihres Gehirns zu verbessern. Die Ursache liegt wahrscheinlich in dem hohen Maß an Koordination, das beim Tanzen erforderlich ist. Wenn Sie einen Salsa- oder Zumba-Kurs besuchen, müssen Sie sich die Schritte für jeden Takt einprägen.
Mit der Zeit trägt dies zur Verbesserung Ihrer Lernfähigkeit bei. Außerdem können Sie damit Ihre Freunde beim nächsten Treffen beeindrucken.
Bringen Sie jemandem eine Fähigkeit bei
Weiter oben in diesem Artikel haben wir erklärt, wie das Erlernen einer Fähigkeit die Verbindungen in Ihrem Gehirn stärkt. Dasselbe gilt auch, wenn Sie jemand anderem eine Fähigkeit beibringen.
Wenn Sie zum Beispiel Klavier spielen können, können Sie es einem Freund beibringen. Dadurch üben Sie das, was Sie bereits können, und stärken die Verbindungen zwischen den Neuronen in Ihrem Gehirn. Gleichzeitig sehen Sie auch die Fehler, die Ihr Freund macht.
Sie können diese Fehler dann korrigieren, was Ihr Wissen über diese spezielle Fähigkeit letztendlich festigen wird.
Meditation
Wenn Sie ständig gestresst sind und Ihr Gehirn ständig auf Hochtouren zu laufen scheint, ist Meditation Ihr Verbündeter. Meditation hilft, Ihren Körper zu beruhigen und Stress abzubauen. Sie verlangsamt auch Ihre Atmung, was zusätzlich hilft, Ihren Stresspegel zu senken.
Möchten Sie das Beste daran hören? Es ist zudem bekannt, dass Meditation die Informationsverarbeitungskapazität Ihres Gehirns erhöht. Außerdem verfeinert sie Ihr Gedächtnis und sorgt dafür, dass Sie sich an Dinge richtig und schnell erinnern.
Wenn Sie von der Meditation profitieren wollen, befolgen Sie diese Tipps genau:
Wenn Sie mit dem Meditieren beginnen, sollten Sie nicht erwarten, dass es Ihr Leben komplett verändert. Gehen Sie einen Schritt nach dem anderen. Sagen Sie sich, dass Sie meditieren, um Ihre Atmung zu verlangsamen. Gehen Sie in der nächsten Woche mit dem Ziel in die Meditation, Ihren Stress abzubauen.
Bleiben Sie bei Ihrer Meditationsroutine. Es hilft, eine feste Zeit für die Meditation vorzusehen.
Schaffen Sie sich einen Raum für die Meditation. Wählen Sie einen ruhigen Ort in Ihrer Wohnung oder irgendwo draußen und meditieren Sie dort täglich. Wenn Sie jeden Tag den Ort wechseln, fällt es Ihrem Körper unter Umständen schwer, sich darauf einzustellen.
Nehmen Sie ein paar tiefe Atemzüge und beruhigen Sie Ihren Körper.
Kennen Sie Ihre Schaltzentrale

Sie können sich selbst darauf trainieren, Informationen zu behalten, resilient zu sein, das Gedächtnis zu verbessern und Ihr Leben insgesamt zu bereichern.
Das Gehirn ist unbestreitbar das wichtigste Organ des Körpers. Trotz seiner geringen Größe koordiniert und steuert es alles von Gedächtnis und Wahrnehmung bis hin zu Kognition und Emotionen.
Das Lernen über das Gehirn ist daher ein hervorragender Weg, um sich selbst zu stärken. Wenn Sie wissen, wie Sie neue Fähigkeiten erlernen oder Ihre Emotionen regulieren können, sind Sie besser gerüstet, um einen neuen Kurs zu belegen oder mit einer traumatischen Erfahrung in Ihrem Leben umzugehen.
Ebenso können Sie sich durch das Verständnis von Konzepten wie Neuroplastizität und Arbeitsgedächtnis darauf trainieren, Informationen zu behalten, resilient zu sein, das Gedächtnis zu verbessern und Ihr Leben insgesamt zu bereichern.
Dr. John N. Morris, Direktor des Social and Health Policy Research-Instituts am Institute for Aging Research, sagt, dass Ihre kognitiven Fähigkeiten und Ihr Gedächtnis im Laufe der Zeit nachlassen werden. Deshalb müssen Sie schon jetzt anfangen, Ihre Reserven aufzubauen.
Wenn Sie Ihr Gehirn kennen, wird Ihnen genau das gelingen. Es befähigt Sie dazu, Entscheidungen zu treffen, die Ihnen schlussendlich im Alter zugute kommen und das neurodegenerative Altern in Ihrem Körper verzögern.
Unser Gehirn ist der komplexeste Teil unseres Körpers und steuert alles von der Intelligenz und Kognition bis hin zur Verhaltenssteuerung. Obwohl es nur etwa eineinhalb Kilo wiegt, ist das Gehirn die Kontrollstation für den restlichen Körper.
Es ist für das Funktionieren des Körpers so wichtig, dass es bereits vor der Geburt heranreift. Interessanterweise reift das Gehirn nicht bei jedem im gleichen Tempo. Das sollte jedoch nicht allzu überraschend sein.
Unsere Körper wachsen unterschiedlich. Von der emotionalen Reife bis zur Pubertät erreichen wir verschiedene Entwicklungsstufen in unterschiedlichem Tempo. Daher ist es nur logisch, dass auch unsere Gehirne unterschiedlich sind. Das macht Sie bestimmt neugierig auf die Funktionsweise Ihres Gehirns und wie es sich von dem eines anderen Menschen unterscheiden kann.
Hier ist ein Überblick darüber, warum es wichtig ist, sein Gehirn zu kennen, und wie dieses Wissen Sie stärken kann.
Warum Sie etwas über Ihr Gehirn erfahren sollten
Unser Nervensystem besteht aus einer Vielzahl von Zellen, den so genannten Neuronen, welche die primären Funktionseinheiten des Gehirns bilden. Alle Erinnerungen, Gefühle, Empfindungen und Bewegungen im Körper resultieren aus der Weiterleitung von Signalen durch Neuronen unterschiedlicher Funktion, Form und Größe.
Im Durchschnitt besteht ein menschliches Gehirn aus 80 bis 90 Milliarden Neuronen. Neben den Neuronen enthält das Gehirn auch Gliazellen – spezialisierte Zellen, welche die Neuronen schützen.

Alle Erinnerungen, Gefühle, Empfindungen und Bewegungen im Körper resultieren aus der Weiterleitung von Signalen durch Neuronen unterschiedlicher Funktion, Form und Größe.
Wissenschaftler haben in den letzten Jahrhunderten viel über das Gehirn herausgefunden, unter anderem über viele seiner Strukturen und Funktionen. Diese Entdeckungen haben gezeigt, dass die grundlegende Anatomie des Gehirns bei allen Menschen ähnlich ist.
Das Muster der neuronalen Verbindungen und Interaktionen variiert jedoch von Mensch zu Mensch. Daher rührt auch die Vielfalt im menschlichen Verhalten. Unsere Gehirnkreisläufe strukturieren sich mit jeder neuen Erfahrung um und machen uns zu den Menschen, die wir sind.
Wie können wir uns immer noch an ein Ereignis vor zwanzig Jahren erinnern? Wie lernen Menschen Ballett zu tanzen oder mit einem Dutzend Bällen gleichzeitig zu jonglieren? All diese erstaunlichen Erfahrungen sind dem Gehirn zuzuschreiben.
Das Gehirn ist jedoch so komplex, dass es schwer ist, es vollständig zu verstehen. Forscher versuchen immer noch zu verstehen, wie die verschiedenen Teile des Gehirns bei Emotionen, Gedächtnis, Intellekt und anderen Wahrnehmungen eine Rolle spielen.
Um das Gehirn wirklich zu verstehen, müssen wir seine zellulären Bestandteile identifizieren und sie anhand ihrer Konnektivität und Funktion charakterisieren. Tatsächlich leiten sich viele neue Behandlungsmethoden aus diesem grundlegenden Verständnis der Interaktion von Neuronen im Körper ab.
Eine der frühesten Methoden zur Untersuchung des Gehirns war das Elektroenzephalogramm (EEG). Im Jahr 1929 platzierte Hans Berger Sensoren auf der Kopfhaut, um die von Neuronen erzeugten elektrischen Potenziale aufzuzeichnen. Dies lieferte den ersten Insight in die Gehirnaktivität. Obwohl es sich bei diesem frühen EEG um rudimentäre analoge Aufzeichnungen handelte, hat sich die Technologie so weit entwickelt, dass die Daten von Gehirnwellen digitalisiert werden können, und wird auch heute noch in den unterschiedlichsten Szenarien eingesetzt. Heute sind kognitive Psychologie und Hirnforschung stärker kontextbezogen. Wir verfügen nun über Werkzeuge, mit denen wir Datensätze untersuchen können, um die Gehirnfunktion in Bezug auf bestimmte Bedingungen, Umgebungen, Auslöser und Aktivitäten zu verstehen – was früher nicht möglich war.
Die Kontextualisierung von Gehirnstudien ermöglicht es uns, uns selbst zu verstehen und zu untersuchen, wie unser Gehirn an unserer Interaktion mit unserer Umgebung beteiligt ist.
In Anbetracht dessen gibt es viele Gründe für Sie, etwas über Ihr Gehirn zu lernen.
Lernfähigkeiten verbessern
Im Laufe der Jahre hat die Forschung rund um die „Lernfähigkeit“ des Gehirns Pädagogen dabei geholfen, eine Lernumgebung zu schaffen, die für Schüler nicht nur geeignet ist, sondern auch effektives Lernen erleichtert.
Dieses Wissen ist jedoch nicht nur für Lehrer nützlich. Sie können es auch individuell nutzen, um Ihr kognitives Wohlbefinden zu verbessern und letztendlich Ihre Lebensqualität zu steigern.
Nehmen wir das Beispiel des Erlernens neuer Dinge, um dies im Detail zu erklären.
Wenn Sie etwas Neues lernen, finden in Ihrem Gehirn viele Veränderungen statt. Die auffälligste davon ist die Entstehung neuer Verbindungen zwischen Neuronen – ein Phänomen, das als Neuroplastizität bezeichnet wird.
Wenn Sie dieselbe Sache immer und immer wieder üben, werden diese Verbindungen stärker. Infolgedessen werden die Botschaften zwischen den Neuronen schneller übertragen. Wie hilft Ihnen das? Es ermöglicht Ihnen, das Gelernte viel schneller und effizienter abzurufen.
Wie Sie Ihre Kognition verbessern können?
Angenommen, Sie lernen nähen. Als Anfänger werden Sie Stunden oder sogar Tage brauchen, um eine bestimmte Stichart zu erlernen und zu perfektionieren. Mit etwas Übung wird es Ihnen in Fleisch und Blut übergehen.
Interessanterweise ist das Gegenteil ebenfalls der Fall. Wenn Sie aufhören zu üben, werden die Verbindungen schwächer, und Sie werden bei dieser Aufgabe nicht mehr so effizient sein.
Ein Frontiers-Artikel erklärt dies am Beispiel eines Pfades in einem bewachsenen Wald. Wenn Sie das erste Mal hindurchgehen, wird es Ihnen schwerfallen, die Äste und Pflanzen aus dem Weg zu räumen.
Aber je öfter Sie ihn begehen, desto praktischer wird der Weg, da Sie jedes Mal, wenn Sie vorbeikommen, Äste aus dem Weg räumen. Nach einer Weile wird eine Zeit kommen, in der Sie nichts mehr wegräumen müssen, da der Weg frei ist und Sie ihn mühelos begehen können.

Sie können sich selbst dazu befähigen, Ihre Lernfähigkeiten zu verbessern.
Wenn Sie den Pfad jedoch einige Monate oder Jahre lang nicht mehr benutzen, wächst die Vegetation nach. Wenn Sie dann zu diesem Pfad zurückkehren, müssen Sie wieder ganz von vorne anfangen.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass einige neuronale Verbindungen im Gehirn so stark werden, dass sie nie ganz verschwinden, selbst wenn sie nicht häufig genutzt werden.
Mit diesem Wissen über Ihr Gehirn können Sie selbst aktiv werden, um Ihre Lernfähigkeiten zu verbessern. Sie wissen jetzt, dass Sie eine Fähigkeit oder eine neue Sache üben müssen, um sie zu perfektionieren.
Noch besser ist es, wenn Sie sich selbst testen, denn dann können Sie sich an das Gelernte eher erinnern. Eine Studie hat gezeigt, dass man sich Informationen besser einprägt, wenn man Prüfungen oder Tests absolviert, als wenn man sie nur liest. Das heißt, der Versuch, Informationen abzurufen, hilft Ihnen, sie besser im Gedächtnis zu behalten als das bloße Wiederholen.
Angenommen, Sie lernen eine neue Programmiersprache. Sicherlich hilft Ihnen das Üben, schneller und besser zu lernen. Wenn Sie aber auch online Codierübungen machen oder an einem Projekt arbeiten, bei dem Sie die Informationen aktiv abrufen, ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass Sie die gelernten Informationen im Gedächtnis behalten.
Resilienz aufbauen
Wenn Sie verstehen, wie Ihr Gehirn funktioniert, hilft Ihnen das auch, Resilienz aufzubauen. Es ist interessant festzustellen, dass Resilienz keine Eigenschaft ist, mit der man geboren wird. Es ist ein Denkprozess und eine Reihe von Verhaltensweisen, die man im Laufe der Zeit erlernen und entwickeln kann.
Resilienz ist wichtig, weil sie Ihnen die Kraft gibt, schwierige Lebensphasen zu überstehen und zu verarbeiten. Menschen, denen es an Resilienz mangelt, neigen eher dazu, sich überfordert zu fühlen und ungesunde Bewältigungsmechanismen anzunehmen.
Gleichzeitig können Menschen mit höherer Resilienz auf ihre Unterstützungssysteme und Stärken zurückgreifen, um einen Weg durch ihre Probleme zu finden und Tragödien oder Herausforderungen im Leben zu meistern.
Nein, die Instagram-Mantras auf schrulligen Hintergründen werden Ihnen hier nicht helfen. Stattdessen können Sie die Neuroplastizität Ihres Gehirns nutzen, um einen widerstandsfähigen Geist aufzubauen. Dadurch verbessern Sie Ihre Stressbewältigung.
Lassen Sie uns zunächst verstehen, was Resilienz eigentlich bedeutet. Resilienz bedeutet nicht Gleichgültigkeit gegenüber Tragödien oder Schmerzen, die Ihnen begegnen. Sie ist vielmehr ein Prozess der Anpassung in Zeiten von Traumata, Tragödien oder Widrigkeiten.
Einfach ausgedrückt ist es der Akt des „Wiederaufrichtens“ nach einem schweren Einschnitt im Leben, wie dem Tod eines geliebten Menschen oder einer gesundheitlichen Herausforderung. Resilienz ist jedoch nicht proportional zu der Anzahl der Motivationsredner, die Sie sich anhören, oder dazu, wie viel Sie beten – auch wenn diese Dinge hilfreich sein können.
Resilienz hat viel mit der Aktivierung des linken präfrontalen Kortex in Ihrem Gehirn zu tun.
Forschung über Resilienz und das Gehirn
Laut Richard Davidson, Professor für Psychologie und Psychiatrie an der University of Wisconsin-Madison, kann die Aktivität in dieser Gehirnregion bei einer resilienten Person dreißigmal so hoch sein wie bei einer Person, die nicht resilient ist.
In seiner frühen Forschung fand Davidson heraus, dass die Anzahl der Signale vom präfrontalen Kortex zur Amygdala bestimmt, wie schnell sich das Gehirn von einer emotionalen Erschütterung erholt.
Die Amygdala ist eine Gehirnregion, die Bedrohungen erkennt und die Kampf-oder-Flucht-Reaktion aktiviert. Wenn die Aktivität im präfrontalen Kortex erhöht ist, verkürzt sich die Zeit, die die Amygdala zur Aktivierung benötigt.
Wenn der linke präfrontale Kortex hingegen weniger stark aktiviert ist, braucht die Amygdala länger, um zu reagieren. Später führte Davidson umfangreichere Untersuchungen mithilfe von MRT-Scans durch und fand heraus, dass die Menge der weißen Substanz – also der Axone, welche die Neuronen verbinden – zwischen der Amygdala und dem präfrontalen Kortex direkt proportional zur Resilienz ist.
Einfach ausgedrückt bedeutet dies: Wenn Sie mehr weiße Substanz oder eine bessere Verbindung zwischen den beiden Regionen haben, sind Sie resilienter. Das Gegenteil ist ebenfalls der Fall.
Wie man ein resilientes Gehirn aufbaut?
Die Forschung von Professor Davidson ist ein großartiges Beispiel dafür, wie wir das Wissen über unser Gehirn nutzen können, um uns selbst zu verbessern. Inzwischen wissen Sie, dass stärkere Verbindungen zwischen der Amygdala und dem präfrontalen Kortex dazu beitragen, dass Sie resilienter werden.

Sie können aktiv darauf hinarbeiten, indem Sie sich Gewohnheiten und Verhaltensweisen aneignen, die zum Aufbau eines resilienten Gehirns beitragen.
Dazu können Sie aktiv beitragen, indem Sie sich Gewohnheiten und Verhaltensweisen aneignen, die den Aufbau eines resilienten Gehirns unterstützen. Hier sind einige Beispiele:
Mitgefühl üben: Mitgefühl mit sich selbst sollte nicht mit Arroganz, Bequemlichkeit oder Selbstmitleid verwechselt werden. Es ist vielmehr das positive Anerkennen der eigenen Fehler und Leiden, das einem schließlich hilft, mit Verständnis und Fürsorge auf sie zu reagieren. Die Forschung fand heraus, dass Selbstmitgefühl ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung ist, ob tragische Lebensereignisse zu Rückschlägen oder zu Meilensteinen für den weiteren Lebensweg werden.
Achtsamkeit üben: Achtsam zu sein bedeutet ganz einfach, dass Sie sich der Dinge bewusst sind, die im jeweiligen Moment geschehen. Bei der Achtsamkeit müssen Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Gegenwart richten. Untersuchungen zeigen, dass Achtsamkeit die Neuroplastizität im Gehirn anregen kann. Infolgedessen könnte sie den altersbedingten Gehirnabbau verringern, die Aufmerksamkeitsspanne verbessern, das Arbeitsgedächtnis stärken und kognitive Funktionen verbessern.
Dankbarkeit nutzen: Als Menschen neigen wir von Natur aus dazu, negative Dinge wahrzunehmen und uns auf sie zu konzentrieren – ein Phänomen, das als Negativitätsbias bezeichnet wird. Leider kann diese angeborene Eigenschaft es uns oft erschweren, angesichts von Tragödien resilient zu sein. Aber Dankbarkeit ist ein wissenschaftlich belegter Weg, um diese negative Voreingenommenheit zu überwinden und das Gute in Ihrem Leben zu verinnerlichen. Untersuchungen zeigen, dass Dankbarkeit nicht nur Ihre allgemeine Gesundheit verbessert, sondern auch die Schlafqualität und -dauer steigert.
Dies sind zwar nicht die einzigen Möglichkeiten, ein resilientes Gehirn aufzubauen, aber diese Praktiken helfen Ihnen, die Konnektivität in Ihrem Gehirn im Laufe der Zeit zu verbessern. Sie können auch andere Dinge üben, wie Großzügigkeit, Motivation und Lernen, um Ihre Resilienz zu stärken.
Gehirnfunktion verbessern
Sobald Sie zu verstehen beginnen, wie Ihr Gehirn funktioniert, können Sie seine Gesamtleistung tatsächlich verbessern. Durch Übung können Sie Planungs-, Organisations-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfähigkeiten entwickeln.
Arbeitsgedächtnis
Ihr Arbeitsgedächtnis ist die Fähigkeit des Gehirns, Informationen zu behalten, während es ein Problem löst. Sie lesen beispielsweise eine Nummer aus einem Telefonbuch ab und können sie so lange im Gedächtnis behalten, wie es dauert, sie auf Ihrem Telefon zu wählen.
Nach einer Stunde haben Sie sie jedoch wieder vergessen.
Die Hirnforschung zeigt, dass dem Arbeitsgedächtnis ein Mechanismus zugrunde liegt, der in drei Stufen erklärt werden kann: Speicherung, Aufmerksamkeit und Kontrolle.
Verschiedene Methoden der Gehirnuntersuchung zeigen, dass alle drei Mechanismen wichtig sind, um zu erklären, wie sich die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses bei einzelnen Personen unterscheidet. Das Ausmaß des Arbeitsgedächtnisses einer Person hängt auch mit der Hirnreifung zusammen.
So können Grundschulkinder beispielsweise nur ein oder zwei Anweisungen auf einmal befolgen. Lehrer hingegen können Oberstufenschülern eine ganze Liste von Aufgaben geben, und deren Gehirn wird sich daran erinnern.
Hier sind einige Beispiele, die darauf hindeuten, dass Sie ein schwaches Arbeitsgedächtnis haben könnten:
Sie möchten an einem Gespräch teilnehmen, aber wenn die andere Person ausgesprochen hat, haben Sie vergessen, was Sie sagen wollten.
Sie verlieren ständig Ihre Geldbörse, Schlüssel und Ihr Telefon.
Sie nehmen sich vor, etwas zu tun, vergessen aber, die Utensilien dafür mitzubringen, obwohl Sie erst vor wenigen Minuten daran erinnert wurden.
Sie müssen einen Absatz mehrmals lesen, um die darin enthaltenen Informationen zu behalten.
Wenn Sie eines dieser Dinge erleben, haben Sie wahrscheinlich ein schwaches Arbeitsgedächtnis. Wie können Sie es verbessern? Indem Sie mehr über Ihr Gehirn erfahren und verstehen, wie Ihr individuelles Gehirn arbeitet.

Durch Übung können Sie Planungs-, Organisations-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfähigkeiten entwickeln.
Sobald Sie diese Informationen haben, können Sie sie nutzen, um sich entsprechend zu trainieren. Sie können zum Beispiel ein Phänomen namens Chunking nutzen, um Ihr Arbeitsgedächtnis zu verbessern.
Chunking (Klumpenbildung) bezieht sich auf die Umcodierung kleinerer Informationseinheiten in größere Einheiten. Es wird angenommen, dass Chunking die Kapazitätsgrenzen des Arbeitsgedächtnisses umgehen kann.
Chunking entlastet das Arbeitsgedächtnis. Es ermöglicht nicht nur ein besseres Abrufen der geordneten Informationen, sondern auch von ungeordneten Informationen im Arbeitsgedächtnis. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Vorteile des Chunking von der Größe der Informationseinheiten abhängen, wenn diese aus sich überschneidenden Elementsätzen bestehen.
So können Sie Chunking anwenden: Angenommen, Sie müssen einkaufen gehen und Ihre Liste enthält 20 Artikel. Anstatt zu versuchen, sich 20 Artikel einzeln zu merken, gruppieren Sie sie in größere Einheiten, d. h. in Kategorien.
Sie können beispielsweise separate Kategorien für leicht verderbliche Lebensmittel, Wein, Reinigungsmittel, Milchprodukte, Getreideprodukte usw. anlegen.
Es kann auch hilfreich sein, wenn Sie die Artikel in Ihrem Gedächtnis miteinander verknüpfen. Es ist zum Beispiel wahrscheinlicher, dass Sie sich an Eier, Schokoladenstreusel und Backpulver erinnern, wenn Sie die Liste mit dem Gedanken verknüpfen, dass Sie heute Abend Kekse backen werden.
Exekutive Funktionen
Exekutive Funktionen können als das Managementsystem des Gehirns beschrieben werden. Denn sie helfen uns, Dinge zu planen, sie auszuführen, aufmerksam zu sein und unsere Emotionen zu regulieren. Obwohl verschiedene Experten unterschiedlicher Meinung über die Anzahl der notwendigen exekutiven Funktionen sind, gehören die folgenden zu den wichtigsten:
Zeitmanagement
Arbeitsgedächtnis
Selbstkontrolle
Selbstbeobachtung
Planung
Flexibles Denken
Organisation
Diese Funktionen ermöglichen es Ihnen, Ihr Verhalten an verschiedene Situationen anzupassen. Sie müssen beispielsweise planen, was Sie heute Abend zum Abendessen anziehen werden. Aber Sie müssen auch Ihren Bildungsweg oder Ihre berufliche Karriere planen.
Ebenso müssen Sie Ihr Zimmer oder Ihr Haus in Ordnung halten. Gleichzeitig müssen Sie aber auch Ihr Leben als Ganzes organisieren, z. B. Ihre Liebesbeziehungen und familiären Bindungen.
Wenn Sie Ihr Gehirn verstehen, können Sie Ihre exekutiven Funktionen verbessern. Diese Fähigkeiten sind für Ihren täglichen und langfristigen Erfolg unerlässlich. Sie wissen jetzt, dass Neuroplastizität die treibende Kraft beim Erlernen neuer Dinge ist, einschließlich von Gewohnheiten und Mustern.
Sie können sich dieses Wissen zunutze machen und Ihre exekutiven Funktionen verbessern, indem Sie Folgendes tun:
Lernen Sie, Ihre Zeit einzuteilen: Ein wesentliches Zeichen für schwache exekutive Funktionen ist ein schlechtes Zeitmanagement. Wie können Sie dem entgegenwirken? Teilen Sie Ihre Aufgaben in „nicht dringend“, „wichtig“ und „dringend“ auf, um sie nach ihrer Dringlichkeit zu priorisieren. Auf lange Sicht werden Sie dies auf alle Lebensbereiche anwenden können, auch außerhalb des Berufslebens.
Erinnerungshilfen nutzen: Wir haben das Glück, in einer Zeit zu leben, in der wir unsere Smartphones immer bei uns tragen. Richten Sie auf Ihrem Telefon Erinnerungen ein, die Sie an die Dinge erinnern, die Sie tun müssen.
Halten Sie die Dinge einfach: Wenn Sie die Anzahl Ihrer Aufgaben reduzieren, hilft Ihnen das, organisiert zu bleiben und Ihre Zeit gut einzuteilen. Gleichzeitig können Sie besser planen und flexibel denken, um zu bestimmen, wie Sie die „dringenden“ Aufgaben rechtzeitig erledigen können.
Mythen rund ums Gehirn aufdecken
Wenn Sie Ihr Gehirn kennen, hilft Ihnen das auch, Mythen rund um die Gehirnfunktion aufzudecken. Oft fallen wir Fehlinformationen im Internet zum Opfer. Wenn Sie Ihre Informationen jedoch aus seriösen Quellen beziehen, z. B. aus wissenschaftlichen Zeitschriften, werden Sie verstehen, wie Ihr Gehirn tatsächlich funktioniert.
Lassen Sie uns mit zwei Mythen aufräumen, die Sie sicher schon einmal in Ihrem Leben gehört haben.
Mythos 1: Man kann bestimmte Teile des Gehirns verbessern
Wenn Sie schon einmal „Internet-Gurus“ zugehört haben, sind Sie bestimmt schon einmal auf jemanden gestoßen, der behauptet, man könne bestimmte Teile des Gehirns trainieren, um deren Funktion zu verbessern.
Lassen Sie uns diese Illusion zerstören, indem wir Ihnen sagen, dass das nicht stimmt. Das Gehirn verfügt über komplexe Verbindungen, und jede Region ist mit den anderen vernetzt, um eine optimale Gehirnfunktion zu gewährleisten. Daher können Sie nicht gezielt einen einzelnen Teil Ihres Gehirns trainieren, damit er besser funktioniert.
Ja, man kann eine bestimmte Fähigkeit durch Übung und Lernen entwickeln. Aber Sie können sich nicht einfach auf eine einzige Region konzentrieren und diese individuell verbessern. Derzeit gibt es nicht genügend Informationen, um zu verstehen, wo das Gehirn diese Informationen speichert oder wie das Lernen genau abläuft.
Tatsächlich zeigen Untersuchungen an Opfern von Kopfverletzungen, dass Verletzungen derselben Gehirnregion bei verschiedenen Individuen zu unterschiedlichen Verlusten führten. In dieser Hinsicht können wir uns das Gehirn wie einen Fingerabdruck vorstellen.
Wir haben alle einen, aber die Fingerabdrücke von jedem sind anders.
Mythos 2: Man wird mit bestimmten Fähigkeiten geboren, die sich im Laufe des Lebens nicht verändern
Oft wird das Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ fälschlicherweise auf das menschliche Gehirn angewendet. Auch wenn es im Alter etwas schwieriger sein mag, etwas Neues zu lernen, besitzt Ihr Gehirn immer noch erstaunliche Fähigkeiten, neue Fertigkeiten zu erlernen und aufzunehmen.
Die moderne Forschung hat die Plastizität des Gehirns nachgewiesen, was bedeutet, dass Entwicklung und Erfahrung das Gehirn verändern.
Früher glaubte man, dass die Gehirnentwicklung in der Kindheit aufhört. Heute wissen wir jedoch, dass die Reifung bestimmter Regionen des Gehirns bis zum Alter von 25 Jahren andauern kann.
Bei manchen Menschen entwickelt sich beispielsweise der Frontallappen im Alter von 18 oder 19 Jahren. Bei anderen entwickelt er sich früher. Deshalb brauchen manche Teenager etwas Zeit, um sich an das College anzupassen, während andere schon in einem früheren Stadium kognitiv dazu bereit sind.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Gehirn eher auf individueller Ebene verstanden werden muss, anstatt festzustellen, dass die Erkenntnisse für alle einheitlich sind. Das Tempo, in dem Ihr Gehirn reift, kann sich von dem Ihrer Freundin oder Ihrer Schwester unterscheiden.
Wenn Sie dies im Hinterkopf behalten, ist es verständlich, warum Sie neugierig sein könnten, die tatsächliche Funktionsweise IHRES individuellen Gehirns kennenzulernen und nicht nur DIE Funktionsweise des Gehirns im Allgemeinen.
Wie Sie etwas über Ihr Gehirn erfahren können?
Nun, da Sie wissen, wie wichtig es ist, etwas über Ihr Gehirn zu erfahren, lautet die Millionen-Dollar-Frage: Wie stellen Sie das an? Wie lernen Sie Ihr Gehirn kennen?

Die Technologie von Emotiv misst Elektroenzephalographie-Daten (EEG) aus dem Gehirn und analysiert sie, um Erkenntnisse über die Gehirnfunktion zu gewinnen.
Glücklicherweise ist die Technologie inzwischen so weit fortgeschritten, dass wir Zugang zu Technologien haben, die uns helfen, unser Gehirn besser zu verstehen. Emotiv ist ein Bioinformatik-Unternehmen, das es Menschen ermöglicht, ihr Gehirn zu verstehen, indem sie eine „Innenansicht“ erhalten.
Die Technologie von Emotiv misst Elektroenzephalographie-Daten (EEG) aus dem Gehirn und analysiert sie, um Erkenntnisse über die Gehirnfunktion zu gewinnen. Da diese Erkenntnisse kontextbasiert sind, liefern sie Informationen, die für das Verständnis der Bedeutung bestimmter Ereignisse und Bedingungen von zentraler Bedeutung sind.
Im Grunde setzen Sie ein Emotiv-Headset auf, und es misst die Signale Ihres Gehirns. Dann wandelt es diese Signale in aussagekräftige Gehirn-Insights und Analysen um.
Es ist durchaus möglich, die Leistung Ihres Gehirns mithilfe einer Neurotechnologie-Plattform wie Emotiv zu nutzen. Indem Sie Ihr Gehirn individuell verstehen, können Sie Ihre speziellen Fähigkeiten und Kapazitäten in der realen Welt einsetzen.
Wie man diese Informationen nutzt?
Wenn Sie einmal etwas über Ihr Gehirn erfahren haben, ist es an der Zeit, dieses Wissen sinnvoll zu nutzen. Wenn Sie genau verstehen, wie Sie lernen, Informationen behalten, Erinnerungen verarbeiten und mit Problemen umgehen, können Sie Ihr Gehirn durch die für Sie geeigneten Praktiken fit halten.
Hier sind einige einfache Möglichkeiten, wie Sie Ihr Gehirn fit halten können:
Lösen Sie ein Puzzle
Puzzles sind nicht nur etwas für Kinder. Die Arbeit an einem 1000-Teile-Puzzle eines Gebäudes oder das Zusammensetzen von 500 Teilen zu einem Disney-Filmplakat wird Ihnen helfen, Ihr Gehirn zu stärken.
Die Forschung hat herausgefunden, dass Sie Ihr Gehirn vor der visuell-räumlichen kognitiven Alterung schützen, wenn Sie Puzzles lösen. Ihr visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis bestimmt die Zeit, die Sie benötigen, um Augen- und Berührungsreaktionen zu koordinieren.
Häufige Beispiele hierfür sind das Zuknöpfen des Hemdes, das Zeichnen oder das Zusammenbauen von zerlegten Möbeln. Sogar das Machen des Bettes ist ein Beispiel für das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis.
Wenn Sie an einem Puzzle arbeiten, müssen Sie herausfinden, wohin welches Teil gehört. Das ist zwar in Bezug auf die Tätigkeit, die Sie gerade ausführen, trivial, aber der Nutzen kann im größeren Rahmen von herausragender Bedeutung sein.
Erweitern Sie Ihren Wortschatz
Mehrsprachigkeit ist nicht nur ein Weg, um Eindruck zu schinden oder effektiver mit anderen zu kommunizieren. Sie trägt auch dazu bei, Ihr Gehirn anzuregen. Untersuchungen zeigen, dass viele Teile des Gehirns, die typischerweise an der auditiven und visuellen Verarbeitung beteiligt sind, auch bei Vokabelaufgaben eine Rolle spielen.
Wenn Sie neue Wörter in Ihrer Sprache oder einer neuen Sprache lernen, stärken Sie letztendlich die Konnektivität in all diesen Regionen des Gehirns.
Sie müssen nicht unbedingt eine neue Sprache von Grund auf lernen, um diese kognitionsfördernde Aktivität zu praktizieren. Wenn Sie ein Buch lesen oder auch nur durch die sozialen Medien scrollen und auf ein Wort stoßen, das Ihnen nicht vertraut ist, suchen Sie bei Google nach seiner Bedeutung.
Schreiben Sie es auf oder gehen Sie es einfach ein paar Mal am Tag im Geist durch. Sie können auch versuchen, das Wort in Gesprächen zu verwenden. Mit der Zeit werden Sie in der Lage sein, neue Wörter schneller zu lernen.
Tanzen
Etwas so Einfaches und Unterhaltsames wie Tanzen kann dazu beitragen, das Gedächtnis und die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit Ihres Gehirns zu verbessern. Die Ursache liegt wahrscheinlich in dem hohen Maß an Koordination, das beim Tanzen erforderlich ist. Wenn Sie einen Salsa- oder Zumba-Kurs besuchen, müssen Sie sich die Schritte für jeden Takt einprägen.
Mit der Zeit trägt dies zur Verbesserung Ihrer Lernfähigkeit bei. Außerdem können Sie damit Ihre Freunde beim nächsten Treffen beeindrucken.
Bringen Sie jemandem eine Fähigkeit bei
Weiter oben in diesem Artikel haben wir erklärt, wie das Erlernen einer Fähigkeit die Verbindungen in Ihrem Gehirn stärkt. Dasselbe gilt auch, wenn Sie jemand anderem eine Fähigkeit beibringen.
Wenn Sie zum Beispiel Klavier spielen können, können Sie es einem Freund beibringen. Dadurch üben Sie das, was Sie bereits können, und stärken die Verbindungen zwischen den Neuronen in Ihrem Gehirn. Gleichzeitig sehen Sie auch die Fehler, die Ihr Freund macht.
Sie können diese Fehler dann korrigieren, was Ihr Wissen über diese spezielle Fähigkeit letztendlich festigen wird.
Meditation
Wenn Sie ständig gestresst sind und Ihr Gehirn ständig auf Hochtouren zu laufen scheint, ist Meditation Ihr Verbündeter. Meditation hilft, Ihren Körper zu beruhigen und Stress abzubauen. Sie verlangsamt auch Ihre Atmung, was zusätzlich hilft, Ihren Stresspegel zu senken.
Möchten Sie das Beste daran hören? Es ist zudem bekannt, dass Meditation die Informationsverarbeitungskapazität Ihres Gehirns erhöht. Außerdem verfeinert sie Ihr Gedächtnis und sorgt dafür, dass Sie sich an Dinge richtig und schnell erinnern.
Wenn Sie von der Meditation profitieren wollen, befolgen Sie diese Tipps genau:
Wenn Sie mit dem Meditieren beginnen, sollten Sie nicht erwarten, dass es Ihr Leben komplett verändert. Gehen Sie einen Schritt nach dem anderen. Sagen Sie sich, dass Sie meditieren, um Ihre Atmung zu verlangsamen. Gehen Sie in der nächsten Woche mit dem Ziel in die Meditation, Ihren Stress abzubauen.
Bleiben Sie bei Ihrer Meditationsroutine. Es hilft, eine feste Zeit für die Meditation vorzusehen.
Schaffen Sie sich einen Raum für die Meditation. Wählen Sie einen ruhigen Ort in Ihrer Wohnung oder irgendwo draußen und meditieren Sie dort täglich. Wenn Sie jeden Tag den Ort wechseln, fällt es Ihrem Körper unter Umständen schwer, sich darauf einzustellen.
Nehmen Sie ein paar tiefe Atemzüge und beruhigen Sie Ihren Körper.
Kennen Sie Ihre Schaltzentrale

Sie können sich selbst darauf trainieren, Informationen zu behalten, resilient zu sein, das Gedächtnis zu verbessern und Ihr Leben insgesamt zu bereichern.
Das Gehirn ist unbestreitbar das wichtigste Organ des Körpers. Trotz seiner geringen Größe koordiniert und steuert es alles von Gedächtnis und Wahrnehmung bis hin zu Kognition und Emotionen.
Das Lernen über das Gehirn ist daher ein hervorragender Weg, um sich selbst zu stärken. Wenn Sie wissen, wie Sie neue Fähigkeiten erlernen oder Ihre Emotionen regulieren können, sind Sie besser gerüstet, um einen neuen Kurs zu belegen oder mit einer traumatischen Erfahrung in Ihrem Leben umzugehen.
Ebenso können Sie sich durch das Verständnis von Konzepten wie Neuroplastizität und Arbeitsgedächtnis darauf trainieren, Informationen zu behalten, resilient zu sein, das Gedächtnis zu verbessern und Ihr Leben insgesamt zu bereichern.
Dr. John N. Morris, Direktor des Social and Health Policy Research-Instituts am Institute for Aging Research, sagt, dass Ihre kognitiven Fähigkeiten und Ihr Gedächtnis im Laufe der Zeit nachlassen werden. Deshalb müssen Sie schon jetzt anfangen, Ihre Reserven aufzubauen.
Wenn Sie Ihr Gehirn kennen, wird Ihnen genau das gelingen. Es befähigt Sie dazu, Entscheidungen zu treffen, die Ihnen schlussendlich im Alter zugute kommen und das neurodegenerative Altern in Ihrem Körper verzögern.

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